Beim Filmgespräch mit Jana Burgerová (links) und Dr. Almut Gruber gab es unterschiedlichste Erkenntnisse. Foto: sch
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Beim Filmgespräch mit Jana Burgerová (links) und Dr. Almut Gruber gab es unterschiedlichste Erkenntnisse.

"Das Duell" lässt viel Interpretationsraum

Dachau - Zehnmal pro Jahr laden die Psychoanalytikerinnen Dr. Almut Gruber und Jana Burgerová zum Filmabend in die Bücherei-Hauptstelle. Danach wird diskutiert und analysiert.

Zuletzt wurde Steven Spielbergs Thriller "Das Duell" gezeigt, bei dem es "viel um männliche Identität geht", wie Jana Burgerová sagte. Ob sich die anwesenden Männer in ihrer Identität wiedererkannten, war am Ende nicht klar.

Spielberg hat den Film im Alter von 24 Jahren in wenigen Wochen fürs amerikanische Fernsehen produziert und ihn nach dem großen Erfolg mit weiteren Szenen zum Kinostreifen ausgebaut.

Der Vertreter David Mann fährt mit seinem Auto durch menschenleere kalifornische Landschaft. Er trifft auf einen Tanklastzug, der ihn zunächst am Überholen hindert, ihn dann ohne ersichtlichen Grund jagt und sogar umbringen will. Den Lkwfahrer bekommt man nicht zu Gesicht. Der Vertreter lässt sich auf das tödliche Spiel ein und wird am Ende Sieger. In der Schlussszene sitzt er im Sonnenuntergang über dem Abgrund, in dem der qualmende Laster liegt.

Nach dem Film ließen die Besucher in der Stadtbücherei im Sitzkreis ihren bewusstseinserweiternden Analysen ungehemmten Lauf. Im Filmgespräch zeigte sich, dass der Film der Interpretation ziemlich breiten Spielraum lässt: Die Rede war vom Befreiungsschlag zwischen Vater und Sohn, vom Kultrhass der Amerikaner gegen Frauen, verklemmter Sexualität und nationalsozialistischer Verfolgung. Auch Vietnamkrieg, Hippiezeit und die Angst vor Krebs wurde für manche Zuschauer erkennbar. (sch)

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