Lebenslange Erfahrung spricht aus jedem Wort von Dieter Hildebrandt. Foto: Sch

Dieter Hildebrandt: Scharfsinnige Satire kontra Volksverblödung

Schwabhausen - Wie ein Flächenbrand breitet sich in Deutschland die Volksverblödung aus, gleich auf welchem Gebiet. Kabarettist Dieter Hildebrandt setzt viele messerscharfe Überlegungen dagegen.

Sie sind in seinem langen Leben des großen Satirikers gereift. Das Urgestein deutschen Kabaretts gastierte auf der Kleinkunstbühne im Gasthaus Zur Post in Schwabhausen vor ausverkauftem Saal und erntete donnernden Applaus für die Spitzen und Geistesblitze, die er zu seinem Programm "Nie wieder Achtzig" verarbeitet hat.

Er widmete seinen Scharfsinn der Bankenkrise, der Bundesregierung, der Kirche und der Jugendsprache und kommentierte bissig. "Älter werden hat Zukunft", stellte der Kabarettist zufrieden fest, obwohl er einräumen musste, dass die Weisheit im Alter nicht nachwächst. Geld sei für Politiker nichts als eine Metapher, er folgerte: "Das Geld, das jetzt fehlt, gibt's eigentlich gar nicht". Deshalb könne man auch getrost heiter bleiben. Die Stimmung sei nur bei denen gesunken, die etwas zu verlieren haben und "Hartz-IV-Empfänger wirken irgendwie gelöst". Im Sport werde es bald neue Verblödungsformen geben. Etwa das Synchronschwimmen-Single und eine Kombination aus Biathlon und Formel-1-Rennen: "Die Fahrer steigen alle 20 Meter aus und schießen dann - natürlich aufeinander". (sch)

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