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Lieblingsmotiv Taubenhaus: Dieter Isemann aus Pellheim fotografiert die Taubenhäuser im Landkreis nicht nur, er hat auch alle 34 Stück auf einer Karte eingezeichnet.

Dieter Isemann und seine ungewöhnlichen Foto-Objekte

Faible für Taubenhäuser

Landkreis - Briefmarken sammeln, Gartenarbeit, die Eisenbahn im Keller, Tischtennis – diese Hobbys sind doch alle recht gewöhnlich im Vergleich zu dem von Dieter Isemann aus Pellheim. Der 56-Jährige fotografiert gerne, was an sich noch nicht ungewöhnlich wäre. Aber seine Foto-Objekte sind es: Taubenhäuser. 

Beim lustigen Hobbyraten würde Dieter Isemann aus Pellheim locker gewinnen. Denn seine Freizeitbeschäftigung errät niemand so schnell: Er fotografiert in seiner Freizeit die Taubenhäuser im Landkreis Dachau.

Angefangen hatte alles vor „fünf oder sechs Jahren als ich mit dem Fahrrad durchs Hinterland gefahren bin“, erzählt der 56-jährige. Beim aufmerksamen Beobachten seiner Umgebung war ihm plötzlich die Idee gekommen, die Taubenhäuser zu fotografieren. Vom ersten Taubenhaus bis heute sind es 34 Stück geworden. „Das es so viele werden hätte ich überhaupt nicht gedacht.“, sagt er lachend.

Fotografiert habe er ohnehin schon immer gern, früher vor allem Landschaften und auf Reisen, und eines Tages sei ihm beim Fahren durch die Ortschaften im Hinterland plötzlich die Idee gekommen, die Taubenhäuser, die er besonders oft auf Höfen sah, zu fotografieren. Aus dem ungewöhnlichen Hobby ist eine Leidenschaft und ein netter Nebenverdienst geworden: Isemann veröffentlicht zum neuen Jahr zwei Kalender, mit verschiedenen Taubenhäusermotiven aus der Region. Zusätzlich hat er alle von ihm entdeckten Häuser auf einer Art Landkarte festgehalten – 34 Stück sind es inzwischen, alle versehen mit genauer Ortsbeschreibung und sogar den GPS-Daten.

Von Arnbach, Erdweg, Altomünster bis nach Petershausen – im ganzen Landkreis befinden sich die Häuser, wie man Isemanns detailgetreuer Karte entnehmen kann. Und es sind wohl längst noch nicht alle verzeichnet: „Immer wieder habe ich neue gefunden, als ich dachte, dass ich doch bestimmt schon alle habe“, sagt der Pellheimer lachend. Besonders viele gibt es in der Gemeinde Bergkirchen: Sechs Stück sind hier registriert. Gleich zwei jeweils in den Ortsteilen Feldgeding und Lauterbach, eins in Palsweis.

Wenn er nicht gerade seinem Hobby nachgeht, arbeitet er beim SOS-Kinderdorf in München. Auf der Suche nach neuen Motiven schwang sich Isemann nach der Arbeit oft aufs Rad, und oft fuhr er auch mehrmals zu den Vögelunterschlüpfen – entweder um die idealen Lichtverhältnisse für seine Fotos zu haben, oder um das Ganze mit einer Radltour zu verbinden.

Auch abseits der Fotografie beschäftigte sich Dieter Isemann mit den Vogelhäusern. Er kaufte sich zwei Bücher und beschäftigte sich mit deren Geschichte, die weit zurückgeht. So war die Haltung von Tauben zu Zeiten der Französischen Revolution vor allem ein Zeichen von Wohlstand und war dem Adel vorbehalten. Anfang des 19. Jahrhunderts begann dann in Deutschland, überwiegend im Osten und Süden der Republik, der Bau der Taubenhäuser, vor allem auf Bauernhöfen. In den letzten Jahrzehnten verschwanden sie mehr und mehr von den Bauernhöfen und werden nur noch selten genutzt, bedeuten sie für die Landwirte oft hohe Restaurierungskosten. „Ein Lieblingstaubenhaus habe ich nicht“, sagt Isemasnn.

Er findet die am Schönsten, in denen noch Leben herrscht, die also noch von den Tieren genutzt werden. Eines dieser Sorte steht zum Beispiel in Ebersbach. Die schönsten Bilder haben es in die Kalender geschafft und können dort bestaunt werden. Isemann ist übrigens weiterhin auf der Suche nach neuen Motiven für sein ungewöhnliches Hobby freut sich auch über Tipps von Bewohnern des Landkreises. Denn: „Vielleicht gibt es ja künftig jedes Jahr die Kalender“, sagt er. Motive hätte er schließlich mit den bereits fotografierten 34 Stück bereits jetzt schon.

Die Kalender „Taubenhäuser aus Dachau“ sind im Buchhandel und im Internet in verschiedenen Größen erhältlich. ISBN-13: 9783665508104 (Format A4 quer), 19,90 Euro.

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