Sulzemooser Platz-Mangel: Das 2009 fertiggestellte DIN-Fußballfeld ist in einem beklagenswerten Zustand. Foto: cst

DIN-Fußballplatz in miserablem Zustand: Gemeinde hilft dem SV Sulzemoos

Sulzemoos - Verfilzt, gelbliche Vegetation, Sumpfgelände - diese Begriffe beschreiben nicht etwa eine Moorwiese, sondern den Zustand des erst sechs Jahre alten Sportplatzes des SV Sulzemoos. Damit der Platz bald wieder zu einem vernünftigen Fußballfeld wird, greift die Gemeinde dem SVS jetzt unter die Arme.

Der Sulzemooser Gemeinderat hat am Montagabend beschlossen, die aufwändigen Pflegemaßnahmen am Fußballplatz mitzufinanzieren. Der SV Sulzemoos erhält dafür pro Jahr 3000 Euro. Der Platz ist in einem sehr schlechten Zustand.

Im Jahr 2008 wurde auf dem Trainingsplatz des SV Sulzemoos ein Kinderhaus errichtet. Als Ausgleich baute die Gemeinde einen neuen Fußballplatz.

Es handelte sich dabei nicht um ein herkömmliches Spielfeld, sondern um einen sogenannten DIN-Sportplatz, wie Bürgermeister Gerhard Hainzinger im Gemeinderat betonte. Allerdings war den Verantwortlichen damals nicht klar, dass ein solcher Sportplatz einen wesentlich höheren Pflegeaufwand erfordert, etwa Maßnahmen wie das Aerifizieren, das Besanden und das Vertikutieren. Da der Sportverein nicht über die nötigen Geräte verfügt, werden die Arbeiten von Fremdfirmen ausgeführt.

„Unsere eigenen Mittel reichen nicht aus“, erklärte Rudolf Rupp, Vizeabteilungsleiter der Fußballer, in der Sitzung. Er rechnet jährlich mit rund 5000 Euro, die für diese Fremdleistungen aufgebracht werden müssen.

Der Fußballplatz sei enorm wichtig für den Verein, so Rupp. Als Einziger der drei Plätze könne er auch nach starkem Regen noch bespielt werden.

Josef Kraut schlug vor, den Platz zu einem herkömmlichen Fußballfeld umzubauen. „Das wäre langfristig billiger als ein jährlicher Zuschuss. Lieber beißen wir nur einmal in den sauren Apfel.“

Dem schloss sich Markus Winter an: „Der Platz ist ein Sumpfgelände und trocknet nicht mehr ab. Man hat nur Ärger damit.“ Zudem kritisierte er, dass das für den Sportplatzbau zuständige Unternehmen nicht auf den hohen Folgeaufwand hingewiesen habe.

Das bestätigte Paul Schmid, damals Vereinsvize: „Wir wollten einen Platz, bei dem das Regenwasser schnell abläuft. Niemand wusste etwas von den Unterhaltskosten.“ Richard Wohlmut warf ein, dass der Sportverein bei anderen Vereinen nachfragen hätte können.

Bürgermeister Gerhard Hainzinger sprach sich gegen einen Umbau aus. „Bodenproben haben gezeigt, dass das Spielfeld korrekt gebaut wurde. Es wäre ein Schildbürgerstreich, es jetzt kaputt zu machen.“ Das Problem sei vielmehr, dass man sich angesichts des Bedarfs, der in Sulzemoos bestehe, für einen zu professionellen Platz entschieden habe, der mehr Pflege brauche als der Sportverein stemmen könne. Ähnlich äußerte sich Elfriede Heinzinger: „Ein Umbau macht keinen Sinn. Der Platz hat viel Geld gekostet, die Leute erklären uns sonst für blöd.“

Am Ende der Diskussion verständigte sich der Gemeinderat darauf, den Sportverein finanziell zu unterstützen. Eine Mehrheit von neun Gemeinderäten stimmte für den Vorschlag von Josef Kraut, der einen Betrag von 3000 Euro ins Spiel gebracht hatte. Markus Winter und Andreas Wallner plädierten für eine Förderung in Höhe von 4000 Euro, Bürgermeister Gerhard Hainzinger hatte 2500 Euro vor. (cst)

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