Werbetafel schnelles Internet für Schwabhauser: Die Asylbewerber an der Arnbacher Straße 38 in Schwabhausen waren davon bisher ausgeschlossen. Das soll sich aber jetzt ändern. Foto: tor

Drahtloses Internet fürs „Conti-Dorf"

Schwabhausen - Für die Asylbewerber im Containerdorf in Schwabhausen will die Gemeinde einen kostenlosen drahtlosen Zugang zum Internet schaffen.

Das Ganze wurde durchaus kontrovers diskutiert, doch am Ende war eine große Mehrheit im Gemeinderat Schwabhausen dafür, den Asylbewerbern im Containerdorf einen drahtlosen kostenlosen Internetzugang zu verschaffen: Die Telekom wird beauftragt, einen so genannten Hotspot im „Conti-Dorf“ zu errichten.

Der Tenor im Gremium war klar: Ein Internetzugang gehört heutzutage zur Grundversorgung wie Wasser und Strom. Bei den nicht selten von ihren Angehörigen getrennten und am Rande der Ortschaft in Containern untergebrachten 50 Flüchtlingen sei das auch für die Kontaktpflege wichtig, hatte die Verwaltung den Vorstoß begründet. Er sei immer wieder von Asylbewerbern angesprochen worden, erklärte Bürgermeister Josef Baumgartner. Auch der Helferkreis Asyl hat sich für den WLAN-Zugang stark gemacht.

Einige Gemeinderäte äußerten starke Bedenken, dass man „in den Gemeinden nicht anfangen sollte, dem Landkreis Arbeit und Kosten abzunehmen“, wie es Florian Scherf von der CSU formulierte. Die Verwaltung solle zumindest beim Landratsamt versuchen, auf eine Kostenübernahme zu drängen, hieß es von einigen Seiten. Verwaltungschef und Internet-Pate Franz Lamm informierte die Gemeinderäte allerdings, dass man das bereits getan und eine eindeutige Absage erhalten habe.

Die Telekom berechnet für die Einrichtung eines hier in Frage kommenden SMS-Hotspots einmalig 600 Euro, dazu kommen monatliche Gebühren in Höhe von 100 Euro. Dabei wird der Internetzugang für jeden, der ein internetfähiges Handy mit geeigneter Sim-Karte besitzt, für eine Stunde am Tag freigeschaltet. Der Zugang soll laut Gemeinderatsbeschluss (19:2) für die Asylbewerber kostenlos sein, vor allem deshalb, weil eine Abrechnung mit einem ordentlichen Aufwand für die Gemeindeverwaltung verbunden wäre, wie Baumgartner und Lamm unisono erklärten.

Allerdings ist noch nicht abschließend geklärt, ob das Ganze auch technisch möglich ist. Die Telekom prüfe derzeit, mit welchem Aufwand eine Leitung zur Unterkunft an der Arnbacher Straße gelegt werden kann. (tor)

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