Fündig geworden ist die Polizei bei einer Kaffeefahrt. kn

Dreiste Kaffeefahrt-Abzocke verhindert

Dachau - Hand in Hand haben Landratsamt und Polizei gearbeitet - und eine dreiste Abzocke von Senioren verhindert.

Mitarbeiter der Landratsämter Dachau und Freising sowie Beamte der Polizeiinspektion Dachau haben eine „Kaffeefahrt“ im Landkreis Dachau kontrolliert – und eine dreiste Abzocke von Senioren verhindert.

Eine real nicht existierende „Gewinnbenachrichtigungszentrale“ mit einer Postfachadresse im niedersächsischen Stuhr lud unter anderem Bürger aus dem Landkreis Freising zur Teilnahme an einer „Frühlingsfahrt mit Musik und Tanz“ in die Landeshauptstadt München ein. Dort, so wurde ihnen in den Einladungsschreiben versprochen, würde sie die Übergabe eines Gewinns in Höhe von 10 000 Euro erwarten.

Wiedergefunden haben sich die Teilnehmer dieser Fahrt dann allerdings in einem abgelegenen Ausflugslokal im Landkreis Dachau. Dort wurde ihnen von drei Herren im Rahmen einer Verkaufsveranstaltung, einem so genannten Wanderlager, neben Wollreinigern und Reisen auch ein als „Seniorentelefon“ angepriesenes Mobiltelefon mit passendem Handyvertrag angeboten.

Ein Informationsblatt vermittelte den Eindruck, dieses Handy würde im Notfall seinem Besitzer ermöglichen, via Satellit von Rettungskräften exakt geortet werden zu können.

Die Realität sieht aber anders aus. Zwar verfügt das angepriesene Mobiltelefon über eine gegen versehentliches Auslösen gesicherte Notruftaste. Die versprochene Ortungsfunktion gibt es aber bei dem Gerät nicht.

Am Nachmittag kontrollierten Mitarbeiter der Landratsämter Dachau und Freising gemeinsam mit Beamten der Polizeiinspektion Dachau die Veranstaltung. Aufgrund von Vorermittlungen des Landratsamts Freising stand fest, dass dieses Wanderlager ohne die nach der Gewerbeordnung notwendige Anmeldung bei der Gemeinde durchgeführt wurde.

Zunächst versuchten zwei der Moderatoren, sich der Kontrolle zu entziehen. Als sie bemerkten, dass es keinen Hinterausgang gab, versteckten sie ihre Geschäftsunterlagen in einer Tiefkühlkammer des Gasthauses und sich selbst in einer Küchennische, wo sie von den Ordnungshütern gestellt wurden. Auf den vermeintlichen Gewinn angesprochen, erklärte einer der Moderatoren, dass die Teilnehmer nicht den angepriesenen Geldbetrag gewonnen hätten, sondern lediglich ein Rubbellos, mit dem sie an der Verlosung der 10 000 Euro teilnehmen könnten.

Im Rahmen einer Durchsuchung wurden unter anderem mehrere bereits abgeschlossene Telefonverträge sowie Beweismaterial für diese und weitere Veranstaltungen sichergestellt. Die Moderatoren und Veranstalter dieses Wanderlagers erwartet jetzt der Erlass empfindlicher Bußgelder und die Abschöpfung der erzielten Gewinne. Außerdem wird wegen Betrugs ermittelt. (mm)

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