Wer ebnet diesen Weg?

Dachau - Es ist ein kleines, aber wichtiges Verbindungsstück von Dachau-Süd stadtauswärts: die Langwieder Straße. Nun ist genau dieses Stück gesperrt: Weil sich dessen Eigentümer querstellen.

Die Langwieder Straße hat jahrelang Pendler über die Emmeringer Straße aus der Stadt heraus gebracht. Als die Sperrung des Teilstücks am vergangenen Dienstag unter dem Punkt „Verschiedenes" auf die Tagesordnung des Bauausschusses gebracht wurde, wetterte Verkehrsreferent Volker C. Koch: „Das kann nicht sein - der Bauhof hat sie notdürftig repariert - und jetzt wird sie gesperrt?“

Ja. Die Langwieder Straße ist zwischen der Moosstraße und der Emmeringer Straße nur für Anlieger passierbar. Und zwar „auf unabsehbare Zeit“, so Rechts- und Bürgeramtsleiter Anton Putz. Die Straße ist nicht in städtischem Eigentum, erklärte Bauamtsleiter Michael Simon in der Sitzung. Sondern gehört 22 Eigentümern in einer Gemeinschaft. Diese sollte sich auch um den Unterhalt kümmern - doch das geschieht „nicht im optimalen Maße“, wie Simon betont. Und nun: ist die Fahrbahn „zu schlecht“, so Putz. Die Einschränkung hat weitreichende Folgen für Dachau-Süd.

„Der ganze Verkehr läuft über die Eduard-Ziegler-Straße. Und da gibt es den Kindergarten und die Schule“, gibt Christian Stagl (42) zu Bedenken. Der Anwohner aus der nahen Heimgartenstraße ist beunruhigt, weil sein Sohn (6) in die Schule geht und seine Tochter (3) ab September den Kindergarten besuchen wird. „Ich würde schon behaupten, dass in unserer Straße mehr los ist. Wir werden viel mehr zugeparkt. Des Öfteren stehen Autos in der Feuerwehreinfahrt. Auch beim ASV ist mehr los“, sagt Michaela Maly, die Leiterin des Kindergartens Purzelbaum in der Eduard-Ziegler-Straße.

Seit Jahrzehnten schon ist die Straße „ein Problem“, erklärte auch Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU). Die Stadt versucht schon seit Jahren, den Anliegern die Straße abzukaufen. Doch: „Die Verhandlungen laufen zäh“, wie Simon sagt. „Wir wollen keine Anliegerstraße“, erklärte Koch. „Wir haben einen gewissen Ermessungsspielraum - und wir brauchen eine vernünftige Lösung.“ Doch um einen Handel perfekt machen zu können, müsste sich die Eigentümergemeinschaft erst mal einig sein. Und bis dahin kann noch viel Wasser den benachbarten Gröbenbach hinunterfließen. „Und wir wollen die Angelegenheit sauber lösen“, so der OB.

Christian Stagl, der den beiden Parteien vorwirft, das Thema auf die lange Bank zu schieben, will auf jeden Fall einen besseren Schutz für die Kinder in der Eduard-Ziegler-Straße. Er möchte, dass die Autofahrer wieder die Langwieder Straße benutzen dürfen. „Diese könne dann als Spielstraße ausgewiesen werden. Oder die Stadt installiert dort einen festen Blitzer.“

Dass die Langwieder Straße stark frequentiert wird, ergab eine Verkehrszählung bereits 2008. An einem Tag wurden dort 1200 Fahrzeuge gezählt.

Nun soll das Thema in der nächsten Bauausschusssitzung offiziell auf die Tagesordnung kommen.

Nina Praun und Thomas Zimmerly

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