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„Das Thema ist aktueller denn je.“ Deshalb hat sich Anna Andlauer stark gemacht dafür, dass die Ausstellung über das erste internationale Kinderzentrum in New York gezeigt wird. hab

„Ein Ansporn für unsere Helfer“

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Indersdorf - Zeitgeschichtsforscherin Anna Andlauer hat sich dafür stark gemacht, dass im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York eine Ausstellung über das erste internationale Kinderzentrum in der US-Zone im Kloster Indersdorf gezeigt wird.

Im Interview erklärt sie, warum ihr die Ausstellung in New York so viel bedeutet und wieso diese so viel mehr ist als ein historischer Überblick - sondern auch Impulse gibt für die aktuelle Flüchtlingssituation.

-Was bedeutet Ihnen die Ausstellung im UN-Hauptquartier in New York?

Mir bedeutet am meisten, dass so den Überlebenden, die in der Nachkriegszeit im Indersdorfer Kloster untergebracht waren, weltweit Beachtung und Anerkennung geschenkt wird. Für sie ist das eine unglaubliche Genugtuung.

-Ist die Ausstellung rein historisch oder hat sie auch aktuelle Bezüge ?

Die Bilder und Informationen sind historisch, das Thema aktueller denn je. Denn so, wie sich die UNRRA-Helfer (Anm.d.Red.: UNRRA ist die Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen) um die Kinder und Jugendlichen gekümmert haben, kümmern sich heute Sozialarbeiter und ehrenamtliche Helfer um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Auch wenn dies historisch eine andere Situation war, sind die Bedürfnisse und Schwierigkeiten heute ähnlich.

-Was hoffen Sie vor Ort mit ihrer Ausstellung bewirken zu können?

Zum einen hoffe ich, dass den Politikern wieder klar wird, wie wichtig und sinnvoll diese Art von Flüchtlingshilfe ist, und dass sie sehen, dass der UNHCR, die Nachfolgeorganisation der UNRRA, dringend mit mehr Geld ausgestattet werden muss. Zudem hoffe ich, dass es ein Ansporn für unsere Helfer sein kann.

- Inwiefern könnte das unsere Helferkreise motivieren?

Na ja, erst jetzt wird wahrgenommen, was damals Gutes getan wurde. Wenn die Leute sehen, wie sinnvoll diese Hilfe früher war und was für starke Persönlichkeiten aus den jungen Menschen von damals dank dieser Unterstützung geworden sind, ist das sicher ein Ansporn.

-Wer begleitet Sie nach New York?

Der Dachauer Landrat Stefan Löwl, Inderdorfs Bürgermeister Franz Obesser, der Direktor der Bayerischen Gedenkstättenstiftung Karl Freller, drei Dachauer Musiker und viele Unterstützer dieses Projekts. Etwa 20 Leute.

- Wieso die Musiker?

Wir haben ein eigenes, englisches Lied für die Ausstellung komponiert: „The Rage to Live“. Die Übersetzung des Refrains passt auch wieder zu den heutigen Flüchtlingen: „Schau in meine Augen, sagt mir, was du siehst: Einen brennendes Feuer zu leben; die Sehnsucht nach Liebe und geliebt zu werden - du siehst diesen unbeschreiblichen Hunger, zu leben.“

Das Interview führte

Christiane Breitenberger

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