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Eine Verkehrsanalyse für Altomünster

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Altomünster - Der Gemeinderat Altomünster will Klarheit haben, wie sich die Verkehrssituation im Ort bis 2030 entwickeln wird. Das Geld für eine Verkehrsanalyse sieht Vizebürgermeister Wolfgang Graf gut angelegt.

Die Ortsmitte der Marktgemeinde Altomünster verfügt über ein verkehrstechnisches Nadelöhr, die so genannte „Lesti-Kurve“ an der Herzog-Georg-Straße: Wenn sich hier zwei Lastkraftwagen entgegenkommen, wird es eng.

Der Gemeinderat hat nun einen Vorstoß unternommen, um sich über die Verkehrssituation in den Jahren bis 2030 Klarheit zu verschaffen: Am Dienstag beauftragten die Gemeinderäte das Ingenieurbüro vom Münchner Professor Harald Kurzak, eine umfassende Analyse zum Verkehr in und um Altomünster zu erstellen. Im Fokus: eine Prognose zur Notwendigkeit einer Umgehungsstraße. Die Kosten für die Studie liegen bei gut 15 000 Euro.

Wolfgang Graf (CSU), der Vorsitzende des kommunalen Entwicklungsausschusses, erklärte: „Wir müssen wissen, was ist der Ziel-, was ist der Quellverkehr?“ Er betonte auch: „Die Untersuchung muss ergebnisoffen durchgeführt und diskutiert werden.“ Nicht zuletzt, weil die Auswirkungen einer Umgehungsstraße für die Geschäfte im Herzen der Gemeinde unklar seien.

Michael Reiter (FWG) vermutete, dass die Verkehrsströme zukünftig steigen werden, nicht zuletzt wegen der elektrifizierten Linie A, die weitere Pendler aus dem Hinterland anziehen werde. Dr. Bernhard Stöhr (FWD) gab zu bedenken: „Gibt es wirklich eine reelle Chance für eine Umgehungsstraße?“ Zur „Lesti-Kurve“ meinte Stöhr: „Wer weiß schon, wie lange das Gebäude noch steht?“ Graf sprach sich dennoch für die Untersuchung aus: „Das ist gut angelegtes Geld. Danach sind wir schlauer.“

Der Dachauer Kreisbaumeister Georg Meier, der vom Berichterstatter auf das Projekt angesprochen wurde, begrüßte die Studie grundsätzlich: „Zahlen helfen immer, Diskussionen zu versachlichen.“ Ohne belastbare Zahlen sei eine Auseinandersetzung mit derartigen Planungen nicht machbar, so Meier weiter. Zur Lage in Altomünster wollte er sich indes nicht äußern.

Allerdings hatte der Kreisbaumeister in den Dorf- und Metropole-Gesprächsrunden mehrfach und deutlich seine Skepsis gegenüber großen Umgehungsprojekten zum Ausdruck gebracht, nicht zuletzt aus ganz praktischen Gründen wie etwa denErwerb der notwendigen Grundstücke. „So etwas zieht sich ja schon bei manchen Fahrradwegen über Jahre hin“, meinte Meier am Mittwoch im Gespräch. Er ergänzte: „Einzelmaßnahmen bringen nichts. Wenn, dann muss man Siedlung, Gewerbe und Verkehr in einem Gesamtkonzept sehen.“ Eine Aufgabe, der sich jeder neue Landrat werde stellen müssen, so Meier. Zum Projekt einer Umgehungsstraße um Altomünster meinte der Fachmann: „Warten wir erst einmal Professor Kurzaks Prognosen ab.“

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