Mirjam Ohringer bekommt am Donnerstag den Preis für Zivilcourage.

Eine Zeitzeugin mit Zivilcourage

Dachau - Der Dachau-Preis für Zivilcourage 2009 wird am Donnerstag, 30. April, an die niederländische Zeitzeugin Mirjam Ohringer verliehen.

Mirjam Ohringer war während des Zweiten Weltkriegs als jüdisches Mädchen in Amsterdam in ständiger Gefahr, in eines der NS-Vernichtungslager deportiert und ermordet zu werden. Dennoch war sie als Kurier an Aktivitäten des niederländischen Widerstands beteiligt.

Auch bei der dritten Vergabe des Dachau-Preises war es Jury und Stadt wichtig, noch einmal deutlich zu machen, was Zivilcourage unter der Bedingung der nationalsozialistischen Herrschaft bedeutet hat. Deshalb wird erneut eine Zeitzeugin ausgezeichnet.

Jury und Stadt begründen die Wahl damit, dass so lange wie möglich noch lebende Zeitzeugen ausgezeichnet werden sollten. Mirjam Ohringer habe als Verfolgte des NS-Regimes Mut gegen die Obrigkeit bewiesen, der beispiellos sei.

Die Stadt Dachau hat 2005 erstmalig den Preis für Zivilcourage ausgelobt, der in zweijährigem Turnus verliehen wird. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird in Verbindung mit einer Medaille verliehen.

Mit dem Dachau-Preis soll das Vermächtnis der Opfer der Konzentrationslager und des vielfältigen Widerstandes gegen das NS-Regime lebendig erhalten werden.

Mit diesem Preis werden einzelne Personen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich mit Mut, Fantasie und Engagement für die Rechte von Verfolgten und von diskriminierten Minderheiten einsetzen. Die Preisträger sollen durch ihr Handeln Aufforderung und Ansporn sein, couragiert gegen Ausgrenzung und Unterdrückung einzugreifen.

Die bisherigen Preisträgerinnen sind Maria Seidenberger (2005) und Lina Haag (2007). (mm)

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