Hier könnte es stehen: auf dem Gelände der Ziegelei. Diese Skizze zeigt den Standort des Windrads laut Planer, die Höhen der Windräder sind nicht maßstabsgetreu. kn

Mit einem Kniff zum zweiten Windrad

Dachau - In Dachau wird das nächste Windrad geplant: bei der Ziegelei Hörl und Hartmann. Obwohl dort keine Konzentrationsflächen geplant sind, könnte dieses Windrad trotzdem eine Chance haben.

Das erste Windrad Dachaus steht und dreht sich unbeirrt - obwohl die Stadt alles versucht hatte, den Bau zu verhindern. Und nun ist der nächste Antrag auf Vorbescheid eingegangen. Auf dem Gelände der Ziegelei Hörl und Hartmann soll ein Windrad entstehen, mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einer Gesamthöhe von 206,86 Metern. Und wieder geht das Hin und Her los: In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagnachmittag wurde beschlossen, dass beim Landratsamt beantragt werden soll, das Vorhaben um ein Jahr zurück zu stellen, gegen die Stimme von Helmut Esch (Grüne). Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) begründete die Zurückstellung damit, dass niemand wisse, „wie sich die Abstandsflächen entwickeln werden“ - und spielte damit auf die tagtäglich neu auftauchenden Meldungen an, über neue Gesetze, die in Berlin oder München erlassen werden könnten oder sollten oder eben auch wieder nicht. „Wir können keine vernünftige Entscheidung treffen“, resümierte Bürgel also.

Nur: Ob das Vorhaben zurückgestellt werden darf oder nicht, darüber entscheidet das Landratsamt. Und das muss nun erst einmal prüfen, ob das geplante Windrad nach dem - noch nicht wirksamen - Teilflächennutzungsplan erlaubt wäre oder nicht. Eigentlich liegt dieses Gelände nicht im Bereich der Konzentrationsflächen: Es wäre weniger als 900 Meter von Pellheim und Pullhausen entfernt, zudem stünde es auf einer Abbaufläche. Doch: Das Windrad könnte als „Nebenanlage“ der Ziegelei bewertet werden. Und damit theoretisch aus dem Windkraft-Plan herausfallen. Heißt: Es wäre erlaubt. Heißt: Es könnte nicht zurückgestellt werden. Heißt: Es darf gebaut werden.

Theoretisch. Denn ganz so einfach ist das Ganze nicht. Die zuständigen Stellen im Landratsamt müssen das Für und Wider ausführlich prüfen. Außerdem hat das Bauamt dem Stadtrat empfohlen - ganz nebenbei -, im Teilflächennutzungsplan klarzustellen, dass die Konzentrationsflächen sowohl für Haupt- als auch für Nebenanlagen gilt. Auf diesen Kniff wird die Stadt nun hoffen. Und auf die Wirksamkeit des interkommunalen Teilflächennutzungsplans. Ansonsten, seufzte Bürgel, „ist das Feld wieder komplett offen.“ Doch auch Bürgel ist klar, dass genau dieses Windrad aus dem „normalen Raster total rausfällt“. Denn der erzeugte Strom soll nicht eingespeist werden, sondern es sollen „fast 100 Prozent der Eigenversorgung dienen“.

Die Ziegelei sieht dem ganzen Verfahren gelassen entgegen. Matthias Hörl, kaufmännischer Leiter, will erst die schriftliche Stellungnahme der Stadt abwarten: „Dann werden wir die weitere Vorgehensweise überlegen.“

Nina Praun

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