Stolze Nachwuchs-Forscher: Ouirin Schweigert (links) und Jan Veeh gestern bei der „Jugend forscht“-Preisverleihung in München. Foto: Kurzendörfer

Aus einer Lust am Tüfteln

Dachau - Quirin Schweigert und Jan Veeh sind die vergangenen Monate einem Heliumballon hinterhergereist. Mit ihm haben sie Daten aus der Luft gesammelt und auf einer Internetseite veröffentlicht. Es war ein Projekt für „Jugend forscht“. Und ein Abenteuer.

Die Styrophorbox, mit der Quirin Schweigert und Jan Veeh gestern nach München gereist sind, sieht mitgenommen aus. Kleine Stücke fehlen - die letzten Monate haben Spuren hinterlassen. Denn die Box hat zwei spektakuläre Reisen hinter sich. Sie war an einem Heliumballon befestigt, den die beiden Jugendlichen im Hof des Ignaz-Taschner-Gymnasiums gestartet haben. Er hat sich mit jedem Kilometer, den er aufstieg weiter ausgedehnt - bis er irgendwann geplatzt ist. Dann ist die kleine Box, die mit Kameras und einer großen Ladung Elektronik gefüllt ist, sicher an einem Fallschirm zur Erde gesegelt. Beide Male ist sie auf einem Baum gelandet - einer stand in Landau, einer 60 Kilometer östlich der tschechischen Grenze. Deshalb sind auch Quirin Schweigert und Jan Veeh viel gereist seit sie an ihrem Projekt für den Schüler-Wettbewerb „Jugend forscht“ arbeiten. Und viel geklettert. Aber es hat sich gelohnt. Die beiden 17 und 18 Jahre alten Schüler aus Dachau und Röhrmoos haben sich mit ihrer Sensor- und Positionsdatenerfassung für den Landeswettkampf qualifiziert. Mit 86 anderen Nachwuchs-Tüftlern aus Bayern präsentierten sie gestern in München ihre Idee. Sie haben einen der Sonderpreise gewonnen - für den Bundeswettkampf konnten sie sich nicht qualifizieren. „Wir haben uns schon total gefreut, dass wir den Regionalentscheid gewonnen haben“, sagt Quirin Schweigert. Ums Gewinnen ging es den beiden nicht - das Projekt ist aus reiner Lust am Tüfteln entstanden. Ein Lehrer hat den beiden Freunden vorgeschlagen, ihre Idee für „Jugend forscht“ einzureichen. „Es war spannend, in München so viele Gleichgesinnte zu treffen, die die vergangenen Monate auch jede freie Minute an etwas gebastelt haben“, sagt Jan Veeh. Der 17-Jährige hat sich zu Hause in Röhrmoos im Keller längst eine kleine Werkstatt eingerichtet. Die mobile Datenerfassung ist nicht sein erstes großes Projekt. Quirin Schweigert hat sich um den informatischen Teil gekümmert. Er hat die Webseite entwickelt, auf der die Daten aus der Styrophor-Box und die Kameraaufnahmen zusammenlaufen. Jeder kann sie dort sehen - auch ohne die spezielle Empfangselektronik, die für solche Daten bisher nötig ist. „Jugend forscht“ ist für die beiden Jugendlichen für dieses Jahr vorbei. Aber die fliegende Datenerfassung bleibt wohl nicht ihr letztes Projekt. Dafür gibt es noch viel zu viele Dinge, die verbessert werden könnten. Und viel zu viele Ideen, die noch niemand gedacht hat.

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