Entzug im Vollzug

Dachau - Ein 26-jähriger Dachauer ist freiwillig in den Bau eingerückt - um sich die Trinkerei abzugewöhnen.

Das Unangenehme mit etwas Nützlichem verbinden will ein 26-jähriger Dachauer: Er hat sich in der Nacht auf Freitag freiwillig von der Polizei einlochen lassen – um sich das Saufen abzugewöhnen.

Der arbeitslose, ledige Mann stand vor einer Entscheidung, die ihm letztlich gar nicht so schwer fiel: Weil er wegen eines Drogendelikts und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu wahlweise 1500 Euro Geldstrafe oder 50 Tage Haft verurteilt worden und er zudem völlig pleite war, fasste der aus dem Landkreis Traunstein Zugezogene den Entschluss, lieber einzusitzen.

Vorher ließ es der 26-Jährige aber noch einmal richtig krachen: In seiner Wohnung trank er sich einen ordentlichen Rausch an. Dann rief er reichlich betrunken bei der Polizeiinspektion an und teilte seinen Entschluss mit. „Seinem Wunsch wurde natürlich prompt Folge geleistet und der Haftbefehl vollzogen“, sagt Michael Richter, der Pressesprecher der PI.

Nach einer Nacht in der Ausnüchterungszelle überraschte der junge Mann dann am Freitag morgen die Beamten mit einem guten Vorsatz, den er gefasst habe: Er wolle den Aufenthalt im Knast in den nächsten 50 Tagen nutzen und von seiner Trinksucht loskommen.

Das könnte sogar klappen, denn der 26-Jährige hat Erfahrungen mit dem Entzug im Vollzug: Er hat eine andere Strafe ersatzweise abgesessen und sich in dieser Zeit das Rauchen abgewöhnt, wie er erklärte. Die Beamten aus Dachau brachten ihn jedenfalls zur Justizvollzugsanstalt in Aichach, wo der Dachauer die nächsten 50 Tage hinter schwedischen Gardinen verbringen wird. Allerdings „nicht, ohne ihm bei seinem Vorhaben alles Gute zu wünschen“, betont Michael Richter. (tor)

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