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„Biwi“ Josef Erhorn wäre heute 75 Jahre alt geworden.    Foto: kn

Erinnerungen an Josef "Biwi" Erhorn

Dachau - Er war eine Institution in Dachau, 43 Jahre lang war er der Kochwirt: Am heutigen Dienstag wäre Josef Erhorn, der „Biwi“, 75 Jahre alt geworden.

Studenten, Künstler, Sportler – beim Biwi gab sich eine illustre Gästeschar die Klinke in die Hand. Nicht zuletzt wurde politisiert, was das Zeug hielt. Denn der Biwi war ein durchaus politischer Zeitgenosse, drei Jahrzehnte Mitglied der SPD und regelmäßig Zuhörer bei den Stadtratssitzungen. Danach gab’s dann oft ein Nachspiel im Kochwirt schräg gegenüber vom Rathaus. Denn der Biwi diskutierte das Gehörte gerne gleich nochmal mit den Stadträten durch – und er war bekannt dafür, dass er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hielt.

Am 2. Februar 1935 in Dachau geboren, hatte Josef Erhorn eigentlich Papiermacher gelernt. Doch schnell fand er seine eigentliche Berufung: Zusammen mit seiner Frau Margarethe wurde er 1962 Pächter des Postsportheims an der Amper – der heutigen „Alte Liebe“. Und gerade mal ein Jahr später, im Geburtsjahr seines ersten Sohnes Sepp, übernahm das junge Ehepaar den Kochwirt in der Altstadt.

Zu seinem Spitznamen „Biwi“ kam der junge Josef Erhorn im Übrigen, weil er beim Fußball so flink unterwegs war. So schnell wie ein „Biwerl“ war er, und auch seine Locken waren gelb wie ein „Biwerl“, ein Küken.

Schnell sprach sich in Dachau herum, dass gerade die jungen Leute beim Biwi gut aufgehoben waren. Für Sportler und Studenten gab es extragroße Portionen Schnitzel oder Schweinsbraten und absolute Spezialpreise. Wenn die ASV-Volleyballer oder die TSV-Basketballer wieder spätnachts von einer weiten Auswärtsfahrt zurück- und noch beim Kochwirt einkehrten, konnten sie sicher sein, dass der Biwi noch eine ordentliche Brotzeit auftischte. Apropos große Portionen: Die galt es komplett zu verdrücken, da man sich ansonsten den Spruch „Wennst koan Hunger hast, dann bestell da nix“ einfing.

Als es am 7. Januar 2006 in Dachau die Runde machte, dass Josef Erhorn 70-jährig gestorben war, pilgerten viele Stammgäste und Vereinskameraden – der Kochwirt war die Heimat der Schloßbergler – zur Gaststätte und stellten Kerzen und Laternen auf der Terrasse des Kochwirts auf. (tor)

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