EU-Agrarpolitik: Bauern im Landkreis Dachau befürchten weitere Einbußen

Dachau - EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hat Pläne für die EU-Agrarpolitik bis 2020. Noch sind nicht alle Details bekannt: Aber sicher ist, dass die Bauern im Landkreis Dachau hohe Einbußen befürchten.

„Die bereits durchgesickerten Überlegungen von Ciolos würden für die über 1000 Bauernfamilien im Landkreis Dachau erhebliche Kürzungen bei den Ausgleichszahlungen der ersten und zweiten Säule der EU-Agrarpolitik bedeuten“, erklärte Georg Wimmer, stellvertretender Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes. In Rumelsthausen sprach Wimmer bei der Kreisversammlung der Ortsobmänner, Ortsbäuerinnen des BBV.

Einige Zielansätze, die der EU-Agrarkommissar erwägt, gingen in die richtige Richtung, um den landwirtschaftlichen Betrieben Zukunftsperspektiven zu bieten, so Wimmer. Doch Ciolos’ Pläne zur künftigen Agrarpolitik würden einen deutlich verringerten Umfang an EU-Direktzahlungen für die künftigen Betriebsprämien bedeuten.

Diese Zahlungen sind Ausgleich für die Mehrkosten der Bauern durch die hohen europäischen Standards bei Verbraucherschutz, Tierhaltung und Umweltschutz. „Das durchschnittliche Einkommen der bayerischen Bauernfamilien ist im letzten Wirtschaftsjahr mit rund 1500 Euro Bruttomonatslohn infolge der Wirtschaftskrise eh schon sehr dürftig gewesen“, sagte Wimmer. Ohne die EU-Ausgleichszahlungen drohe aber mindestens ein Verlust von im Durchschnitt rund 50 Prozent der landwirtschaftlichen Einkommen in Bayern. Auch die Bauernfamilien im Landkreis Dachau seien „existenziell auf diese Ausgleichszahlungen angewiesen“.

Eine von Agrarforschungsinstituten erarbeitete Studie kam zu dem Ergebnis, dass bereits eine Kürzung der EU-Direktzahlungen zum Verlust jedes vierten Arbeitsplatzes in der bayerischen Landwirtschaft führen würde. BBV-Kreisobmann Anton Kreitmair betont, dass im Landkreis Dachau mehr als jeder siebte Arbeitsplatz durch Land- und Forstwirtschaft gesichert werde. (mm)

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