Falschparker auf dem Lidl-Parkplatz werden vom Wachmann zurechtgewiesen. Foto: cse

235 Euro fürs Umparken

Dachau - Auf einmal war das Auto weg – abgeschleppt von der Parkräume KG. Diese Firma hält Rewe-Parkplätze im Münchner Raum frei von Parksündern. Dachauer Supermärkte haben nun eine sanftere Lösung gefunden.

Eigentlich wollte Claudia Kuchler nur kurz vor dem Einkaufen zu einem Termin. Doch als die Dachauerin auf den Rewe-Parkplatz in der Münchner Alramstraße zurückkam, um ihren Einkaufskorb zu holen, war ihr Auto verschwunden. Vom Filialleiter erfuhr sie, dass ihr Wagen abgeschleppt und umgeparkt wurde, da die erlaubte Parkzeit von 90 Minuten überschritten wurde. Veranlasst sei die Aktion von Rewe Deutschland, Beschwerden solle man dort anbringen.

Zurück auf dem Parkplatz sprach Kuchler ein Mann an, der sich als Mitarbeiter der Parkräume KG, einem von Rewe Deutschland beauftragten Inkasso-Unternehmens, vorstellte. Gegen Zahlung von 235 Euro in bar würde er ihr sagen, wo ihr Auto sei.

Claudia Kuchler musste also zahlen - und so wie ihr ergeht es in München vielen Autofahrern, die ihr Auto zu lange auf einem Rewe-Parkplatz abgestellt hatten.

Auch im Dachauer Raum gibt es Probleme mit Langzeitparkern. Doch hier haben die Supermärkte eine kreativere Lösung als das Abschleppen gefunden. Sie setzen auf Kommunikation: Mit schwarzer Krawatte, weißem Hemd und Erkennungsmarke sitzt seit kurzem ein Wachmann auf dem Lidl-Parkplatz in der Nähe des Freibades und beobachtet die Autos. Er weist nun die Falschparker zurecht. „Unsere Kunden begrüßen die neue Lösung für den Parkplatzmangel im Sommer“, betont Lidl-Geschäftsführer Walter Novak.

Auch bei Norma wird während des Volksfests auf einen Wachmann gesetzt. Eine Möglichkeit, die die Rewe-Filiale in Dachau neben Autoliv nicht in Erwägung ziehen muss: Der Parkplatz ist laut Pressestelle seit November öffentlich - und habe trotzdem kein Problem mit Dauerparkern.(cb/cse)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare