Familienidylle auf der Veranda: Thomas Mann im Stuhl sitzend, daneben (von links) der Schriftsteller Hans Reisinger, Katja und die Kinder Michael, Monika und Elisabeth. Repro: Dr. Bärbel schäfer

Ein Ferienparadies für Thomas Mann

Dachau - Wie die Sonderausstellung in der Gemäldegalerie Dachau zeigt, hat zur Bedeutung der Künstlerkolonie Nidden hat neben den vielen Malern, die dort tätig waren, auch der Schriftsteller Thomas Mann beigetragen.

Eine Vitrine in der Ausstellung ist der Familie Mann und ihrem Sommerhaus in Nidden gewidmet. Auf alten Fotos sieht man Thomas Mann im Kreise seiner Familie auf der Veranda mit Blick aufs Meer oder am aufgeräumten Schreibtisch, an dem er Teile des Josephs-Romans, Essays, Vorträge und Briefe schrieb.

Thomas Mann hatte 1929 den Nobelpreis für Literatur erhalten und machte mit seiner Frau und den jüngsten Kindern in Rauschen, einem Badeort nordwestlich von Königsberg vier Wochen lang Urlaub. Da die Familie das Ostseebad bald ziemlich langweilig fand, fuhr sie ins Fischerdorf Nidden. Dort logierten die Manns im Hotel Blode, das vom Maler Ernst Mollenhauer, dem Schwiegersohn des Hotelbesitzers Hermann Blode, seit 1924 geführt wurde.

Ebenso begeistert wie die Maler schwärmte er von der eigenartigen Primitivität und dem großatigen Reiz des Landes und beschloss, dort mit Blick aufs Haff ein Ferienhaus bauen zu lassen. Anstelle eines ursprünglich einfachen Holzhauses entstand ein stattliches Anwesen mit elf Zimmern. Allerdings machte die Familie ganze dreimal dort Ferien. Betreut hat der Maler Ernst Mollenhauer den Besitz der Familie, die 1940 ins Exil nach Kalifornien zog.

1944 wurde das Haus durch eine Granate beschädigt und von sowjetischen Soldaten geplündert. 1995 wurde es rekonstruiert und als deutsch-litauisches Thomas-Mann-Kulturzentrum wiedereröffnet.

Die Ausstellung dauert bis 14. März und kann in der Gemäldegalerie Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 3, Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden. (sch)

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