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Mühlradl nennt sich diese Tanzformation der Schloßbergler Dachau. 

Ein Fest der Traditionen

Dachau - Ein traditionsbewahrendes und fröhliches Aushängeschild der Stadt Dachau hat große gefeiert: Die Schlossbergler Dachau sind 90 Jahre alt geworden. Viele Freunde gratulierten - selbst uralte Erzfeinde.

Auf 90 Jahre bewegter Vereinsgeschichte kann der am 17. März 1926 gegründete Gebirgstrachtenerhaltungsverein d’Schloßbergler Dachau zurückblicken. Zu dieser großen Jubiläumsfeier waren rund 200 Mitglieder und Gäste aus Politik, Wirtschaft und vor allem von anderen Trachtenvereinen in den Stockmannsaal des Ludwig-Thoma-Hauses gekommen.

„Guad schaugt’s aus in Eurer feschn Tracht“, stellte Oberbürgermeister Florian Hartmann fest, und fröhlich. Allerdings zweifelte er daran, dass dies auch vor 90 Jahren bei allen Gründungsmitgliedern so gewesen sei. Denn laut Chronik des älteren Brudervereins d’Ampertaler Dachau ist die Vereinsgründung der Schloßbergler auf „handfeste Meinungsverschiedenheiten“ innerhalb der Ampertaler zurückzuführen gewesen. Der OB attestierte den Schloßberglern, „ein heimatverbundenes, traditionsbewahrendes, aber auch lebendiges und fröhliches Aushängeschild“ zu sein.

Für Landrat Stefan Löwl ist es „angesichts der heutigen Umbrüche besonders wichtig, die stolze Vergangenheit zu pflegen und zu leben“. Er zeigte sich sicher, dass die Schloßbergler Dank ihres Nachwuches auch das 100-jährige Jubiläum feiern werden. Wie zuvor der OB übergab auch er an Werner Hechenberger ein Kuvert - und erhielt ein Buch.

Der zweite Vorstand des Isargaus München Andreas Schweiger fragte: „Wer soll Sitten, Trachten und Brauchtum bewahren, wenn nicht die Trachtenvereine?“ Gauschriftführerin Melanie Schmeißer trug ein Gedicht vor. Hechenberger, Schweiger und Schmeißer ehrten für 70 Jahre Mitgliedschaft Vereinsmusiker Alois Adler. Der versprach: „A wenn i d’Musi nimma trogn ko, spuin konn i no.“ Für 55 Jahre Vereinstreue ehrten sie zweiten Vereinsvorstand Josef Sailer, den Hechenberger zum Ehrenvorstand ernannte. Ehrungen warten auf Beate Seider (für 50 Jahre), Marille Sailer (45 Jahre), Brigitte Schechinger, Manfred Wallner und Josef Walleitner (je 40 Jahre), Martha Rohde sowie Agathe und Anton Weiß (je 30 Jahre). 15 Jahre sind es bei Hilde und Mane Klein, zehn bei den Wirtsleuten Petra und Reinhard Hörmann von Drei Rosen und jeweils fünf Jahre bei Karin Dexl, Michaela und Christian Gabriel, Kathrin Sailer sowie Kathi und Stefan Zausinger. Schweiger und Schmeißer zeichneten Karin von Hofmann und Kassiererin Tina Hruby mit dem goldenen Ehrenzeichen des Isargaus aus.

Gastgeschenke tauschten die Schloßbergler mit den Vorsitzenden der Gastvereine, so Gerhard Etterer vom Patenverein Partnachtaler Stamm (München) und Werner Harzer vom Falkenstoana Stamm (München). Vom Bruderverein d’Ampertaler Dachau unter Manfred Hinterscheid gab’s einen Geschenkkorb mit Geräuchertem und Würsten. Obmann Helmuth Kirchner vom Trachtenverein Almrausch-Solleite aus Schwaz in Tirol übergab auch einen Geschenkkorb und lud die Schloßbergler zu einem Tagesausflug auf die Grameialm bei Pertisau auf dem Lamsenjoch ein. Bei der Stadt und der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau bedankte sich Hechenberger für deren besondere Unterstützung. Den größten Teil des Festabends nahmen die Vorführungen zur Musik der Bembegga Blasmusik ein.

(rds)

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