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In der Traglufthalle in Karlsfeld ist es zu Tumulten gekommen.

Asylunterkunft in Karlsfeld

Flüchtlinge wollen Karlsfelder Traglufthalle anzünden

Karlsfeld- Erst gab es Streit, dann Tumulte und schließlich gleich mehrere Straftaten in der Flüchtlingsunterkunft in Karlsfeld. Einige Asylbewerber haben sogar versucht, die Traglufthalle anzuzünden.

In der erst seit wenigen Tagen weitgehend belegten Traglufthalle im Gewerbegebiet Karlsfeld ist es am Freitagvormittag zu Streits, Tumulten und auch Straftaten gekommen. Die Polizei war mit mehreren Streifenbesatzungen im Einsatz, auch Landrat Stefan Löwl war vor Ort.

„Den Ausschlag gaben am Anfang mehrere, eigentlich alltägliche Anlässe für kleine Auseinandersetzungen,“ berichtet Wolfgang Reichelt, Pressesprecher des Landratsamtes. Es ging wohl um ein hochwertiges T-Shirt, das ein Asylbewerber einem anderen gestohlen haben soll, sowie um eine Fotoaufnahme: Ein Asylbewerber fotografierte einen anderen gegen dessen Willen.

Die Situation eskalierte, es kam zu Rangeleien mit immer mehr Beteiligten. Schließlich richtete sich der Unmut der Hallenbewohner auch gegen die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, die rund um die Uhr in der Halle ist. Ein Asylbewerber schlug einem Security ins Gesicht, dieser Täter ist bekannt. Ein anderer warf eine Flasche auf einen Sicherheitsmann, dieser Täter ist unbekannt. Die Dachauer Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen Körperverletzung.

Zudem haben offenbar mehrere Asylbewerber versucht, die Hallenwand mit Feuerzeugen in Brand zu setzen. Das Material ist allerdings besonders schwer entflammbar. Es entstand nur geringer Sachschaden. Ein denkbares Szenario wäre jedoch auch, dass die Halle in sich zusammenfällt, wenn der Druck im Innern wegen mehreren Schadensstellen in der Außenhaut rapide abfällt. Es könnte zur Massenpanik kommen, so Reichelt.

Landrat Löwl betonte deshalb, dass derlei Taten nicht toleriert werden und Strafverfolgung eingeleitet werde. Schließlich gehe es um die Sicherheit von über 300 Menschen in der Halle – Flüchtlinge und Helfer. Dass die Täter identifiziert werden können, ist laut Polizei jedoch sehr unwahrscheinlich.

Flüchtlinge drohen mit Hungerstreik

Wie Reichelt mitteilt, seien einige der Asylbewerber mit dem Essen sowie mit der Unterkunft unzufrieden. 30 bis 50 haben am Mittag die Essensaufnahme verweigert und einen Hungerstreik angekündigt. „Es gibt hier einige Wortführer, die die Stimmung ins Negative ziehen“, hat Reichelt beobachtet.

277 Männer sind mittlerweile in der auf 300 Menschen ausgelegten Karlsfelder Halle untergebracht. Dort schlafen sie zu sechst in engen Abteilen. Sie wissen: In anderen Unterkünften im Landkreis haben die Flüchtlinge Zwei-Bett-Zimmer. Das sorgt für Unmut.

Landrat Stefan Löwl hat die Bewohner der Karlsfelder Unterkunft gestern aufgefordert, vier oder fünf Sprecher aus ihrer Mitte zu bestimmen. Mit diesen Sprechern will sich Löwl am Montag treffen und sich anhören, welche Wünsche und Forderungen die Asylbewerber haben.

Viele Forderungen seien berechtigt, so Reichelt. „Aber nicht alle sind erfüllbar. Wir können nicht jedem ein Einzelzimmer bieten

Thomas Leichsenring

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