Bundeswehr-Hubschrauber in Mali abgestürzt

Bundeswehr-Hubschrauber in Mali abgestürzt
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Lukas Hankofer weiß, wie man verantwortungsbewusst mit Drohnen umgeht.

Forderung nach Beinahe-Kollision mit Airbus

Forderung nach Beinahe-Kollision mit Airbus: Ein Kennzeichen für jede Drohne

Landkreis - Vor einer Woche ist es über Schwabhausen fast zu einer Kollision zwischen einer Drohne und einem Airbus gekommen. Wie konnte es zu so einem Vorfall kommen? Und sollte die Nutzung von Drohnen besser kontrolliert werden? Fest steht: Unter den Drohnen-Piloten gibt es viele „schwarze Schafe“.

Der Airbus A 321 der Lufthansa war aus Frankfurt am Main gekommen und befand sich im Anflug auf den Münchener Flughafen. Auf einer Höhe von gut 1000 Metern über dem Boden sah der Pilot einen orange-blauen Quadrocopter nur zehn Meter neben der rechten Flügelspitze fliegen (wir berichteten). Im Falle einer Kollision zwischen den beiden Fluggeräten wäre die Sicherheit der Passagiere erheblich gefährdet worden, so die Crew. Passiert ist der Vorfall über Schwabhausen, oberhalb des nördlichen Ortsrands, wie die Polizei mitgeteilt hatte. 

Doch was muss man beim Umgang mit diesen Multikoptern eigentlich beachten? Denn für Drohnen-Piloten gibt es Regeln. Tobias Eder, 36, aus Karlsfeld und Lukas Hankofer, 22, aus Röhrmoos erklären, wie man verantwortungsbewusst mit den Fluggeräten umgehen muss. Und sie versuchen, sich zu erklären, wie es zu der Begegnung einer Drohne mit dem Airbus über Schwabhausen kommen konnte. 

Erst einmal lernen, ordentlich mit dem Ding zu fliegen

„Meiner Meinung nach muss das ein sogenannter ,Flyaway‘ gewesen sein“, sagt Tobias Eder. Das bedeutet, dass die Drohne in der Luft den Funkkontakt zum Boden verliert und außer Kontrolle gerät. „Ich kann mir das eher schwer vorstellen“, so Lukas Hankofer. „Professionelle, teurere Drohnen haben Mechanismen, die so etwas eigentlich verhindern.“ So sei die Flughöhe beschränkt, und die Drohne fliege von selbst gar nicht erst in die Nähe von Flughäfen. Und wenn sie den Funkkontakt verliert, dann kommt sie laut Hankofer ohne fremde Steuerung wieder zum Boden zurück. „Billigere Drohnen haben solche Mechanismen nicht, aber ich bezweifle ehrlich gesagt, dass die sich dann auf so einer Höhe halten können“, erklärt er weiter. 

Wie kann man sich gut vorbereiten und was hat man zu beachten, wenn man sich eine Drohne kauft? „Leuten, die neu in der Materie sind, würde ich empfehlen, erst einmal zu lernen, ordentlich mit dem Ding zu fliegen und es unter Kontrolle zu haben“, meint Lukas Hankofer. Man sollte sich nicht blind auf die Technik verlassen, denn die kann schon mal ausfallen. Tobias Edergeht sogar noch etwas weiter und rät Interessierten, sich in einem Modellflieger-Club anzumelden. „Dort kann man unter geschützten Bedingungen das Fliegen lernen, und bei der Mitgliedschaft ist meistens die notwendige Haftpflichtversicherung inbegriffen.“ 

Leider seien die meisten Drohnen-Piloten "schwarze Schafe"

Beide sind der Meinung, dass bei den Regeln noch Verbesserungspotenzial besteht. „Die Nutzung ist ziemlich genau geregelt, ich finde auch, dass das so passt. Aber ich würde mir eine Art Kennzeichen für die Drohne wünschen, sodass bei einem Vorfall der Besitzer ermittelt werden kann“, so Tobias Eder. Lukas Hankofer fände eine Regulierung beim Kauf wichtig: „Es sollte sich nicht jeder einfach mal so eine Drohne kaufen können.“ Er schlägt vor, dass man beim Kauf etwas vorlegen muss, zum Beispiel eine Bescheinigung über einen absolvierten Drohnen-Kurs. 

Doch leider sind die meisten Drohnen-Piloten „schwarze Schafe“. Tobias Eder und Lukas Hankofer sind sich einig, dass sich viele Drohnen-Besitzer nicht ausreichend mit ihrem Gerät und der rechtlichen Lage auseinandersetzen. So jemand muss es wohl auch gewesen sein, der vergangene Woche über Schwabhausen mit seiner Drohne beinahe mit dem Airbus kollidiert ist.

Stefanie Ritter

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