Freude an Portwein und einfachen Songs

Dachau - Sängerin Emaline Delapaix scheint zu der Sorte Mensch zu gehören, die sich tierisch über Kleinigkeiten freuen kann. An diesem Abend im Café Gramsci ist die Kleinigkeit ein Gläschen Portwein.

„Das ist die erste Show in Deutschland, bei der ich Portwein zu trinken bekomme“, strahlt die Australierin. Portwein schmeckt. „Und er ist gut für die Stimme.“

Die Songwriterin ist mit ihrer Band „Emaline and the embolded Wanderlust“ die dritte Musikerin, die im Rahmen der Konzertreihe Tollhaus meets Prittlstock nach Dachau gekommen ist.

Mit im Gepäck: Ein Cello, das von der Türkin Nihan Demirkapi-Radford gespielt wird, eine Harfe, an der die Londonerin Tanya Houghton herumzupft und eine Geige für die tasmanische Australierin Emily McMillan. Dazu eine Gitarre für Emaline selbst. Trotz der großen Instrumente war auch noch Platz für eine gehörige Portion guter Laune. Und die gibt das Quartett unverzüglich ans Publikum weiter.

Die vier jungen Frauen spielen eine Sorte Folk, der das Publikum sofort in seinen Bann zieht. Emalines Lieder sind hervorragend komponiert, ihre Stimme ist fesselnd, die Texte sind humorvoll bis dramatisch. Kurz: Emaline Delapaix ist gut.

Und wer gut ist, der kann auch zugeben, dass er Mängel hat, ohne dass ihm ein Zacken aus der Krone fällt. Emaline bekennt: „Ich mag es, einfache Songs zu schreiben, weil es so schwer ist, komplizierte Songs auf der Gitarre zu spielen.“

Ebenso wie die Gitarre ist auch das Klavier nicht unbedingt Emalines bester Freund. Wie auch? Zuhause hat sie keines, also bringt sie sich das Klavierspielen auf der Bühne bei. Vor einem ihrer Songs bekennt sie mit entwaffnender Offenheit: „Jetzt kommt ein Klavier-Intro, wenn es klappt.“ (flg)

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