Ein festliches Konzert zum Jahresanfang gestalteten der Dachauer Kammerchor und das Bläserensemble Brasso Quadriga in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Foto: ink

Freudengesang für bedürftige Nachbarn

Dachau - Der Dachauer Kammerchor und das Bläserensemble Brasso Quadriga haben in der voll besetzten Kirche Mariä Himmelfahrt musiziert.

„Freut Euch, Ihr lieben Christen“ heißt es in der Motette von Leonhart Schröter (1532-1601). Die freudige Botschaft der Geburt des Jesuskindes haben der Dachauer Kammerchor und das Bläserensemble Brasso Quadriga in der Dachauer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt verkündet.

Das festliche Weihnachtskonzert zum Jahresanfang unter Leitung von Rainer Dietz war Auftakt zur Konzertreihe im Jahr 2010 und diente der Freude der Zuhörer, verbunden mit einem wohltätigen Zweck. Anhand der Spenden der Besucher sollte die Freude weiter getragen werden, um die Not der Asylbewerber in der Kufsteiner Straße ein wenig zu lindern, „weil sie unsere Nachbarn sind, und es ihnen außer einem Dach über dem Kopf an allem fehlt“, wie es in dem leidenschaftlichen Spendenaufruf hieß.

Weil es zudem mit der alten Orgel in der Pfarrkirche seine liebe Not hat, werden 50 Prozent der Konzertspenden für die Anschaffung einer neuen Orgel als der Königin unter den Instrumenten eingesetzt.

Das einstündige Benefizkonzert mit Chorälen, Motetten und schlichten, altbekannten Weihnachtsliedern wie „Zu Bethlehem geboren“ und „Kommet Ihr Hirten“ fand in der voll besetzten Kirche bei den Zuschauern großen Anklang. Der Chor berührte mit seinem ergreifend schönen Gesang, und die Bläser bestachen mit ihrer Strahlkraft.

Werke großer Komponisten wie Max Reger (1873-1916), Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) und Peter Tschaikowsky (1840-1893) standen ebenso auf dem Programm wie Kompositionen italienischer Meister des 16. Jahrhunderts wie Giovanni Gabriele und Giovanni Pierluigi Palestrina, deren Stücke mit barocker Prachtentfaltung bestechen.

Rainer Dietz an der Orgel und das Bläserquartett hielten Zwiesprache zum Lobgesang Gottes mit „Canzona für Blechbläser und Orgel“ von Girolamo Frescobaldi (1583- 1643). Der italienische Komponist aus Ferrara war Organist im Petersdom in Rom und gilt als richtungsweisend für harmonischen Klangreichtum und Variationskunst der Musik für Tasteninstrumente.

Zum Abschluss vereinten sich Chor und Bläser in der krönenden Motette „Uns ist ein Kind geboren“ von Johann Ludwig Bach (1677- 1731), einem Vetter dritten Grades des berühmteren Musikers Johann Sebastian Bach.

Mit der Zugabe des weihnachtlichen Liedes „Es ist ein Ros’ entsprungen“ bedankten sich die Mitwirkenden für den lang anhaltenden Applaus der Zuhörer, der die Musiker noch aus der Kirche hinaus begleitete. (ink)

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