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Innungsfusion: Darüber sprachen Obermeister Ludwig Kloiber (rechts) und Heinrich Traublinger, Vize-Obermeister der Bäckerinnung München-Landsberg.

Frühjahrsversammlung in Dachau

Fusionsgedanken bei der Bäckerinnung

Dachau - Die Dachauer Bäckerinnung befindet sich in der Existenzkrise: Die Vorstandsmitglieder leiden unter der Arbeitsbelastung. Obermeister Ludwig Kloiber spielt mit dem Gedanken, mit der Innung München-Landsberg zu fusionieren.

Die Arbeitsbelastung für die Vorstandsmitglieder der Dachauer Bäckerinnung ist enorm. So zumindest hat Dachaus Obermeister Ludwig Kloiber auf der Frühjahrsversammlung seinen Vorschlag begründet, mit der Bäckerinnungen München-Landsberg zu fusionieren. Der Umfang und die Verantwortung der ehrenamtlich übernommen Aufgaben steige, sie seien neben dem Stress im eigenen Betrieb schwer bis gar nicht zu schultern.

 Die Belastung durch die Vorstandsarbeit werden seinen Mitstreitern und ihm zu viel, erklärte Kloiber. Er hatte den stellvertretenden Obermeister der Münchner Innung, Heinrich Traublinger jun., eingeladen. Der referierte zum Thema „Zukunft der Innungen“. Heinrich Traublinger als Vertreter der Münchner Innung war der Meinung, dass die Innungsmitglieder durch die Obermeister effizient betreut werden müssten. Eine Abwälzung dieser Aufgaben an die Kreishandwerkerschaft erachte er nicht für sinnvoll. 

Traublinger erläuterte aus der Handwerksordnung die Pflicht-, Soll-, und Kann-Aufgaben einer Innung und stellte vor, was die Innung München-Landsberg alles leistet: Ausbildungsbetreuung, Interessenvertretung bei den Ämtern, Beratung im Arbeitsrecht, Standortsicherung, Vertragsrecht, Lebensmittelrecht, Musterverträge oder Arbeitsvermittlung sind nur einige Themen, mit dem sich die Münchner und Landsberger Obermeister zusammen mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer beschäftigen. Für einen möglichen Zusammenschluss der Innungen betonte er: „Das gäbe keine Übernahme, sondern eine Fusion.“ 

Die München Landsberg Innung vertritt 72 Betriebe, davon 52 aus München. Neben der Dachauer Innung gebe es zwei weitere Innungen, die über eine Fusion nachdächten. In Oberbayern gibt es derzeit noch 15 Bäckerinnungen. Denkbar wäre für Traublinger, dass es pro Regierungsbezirk nur noch eine Innung geben wird. Bei der möglichen Fusion würden für die Dachauer Bäcker zwei Obmänner in den Vorstand gewählt werden können und die Möglichkeit der freiwilligen Mitgliedschaft bei der Kreishandwerkerschaft Dachau könnte auch finanziell unterstützt werden. 

Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs äußerte sich sehr nachdenklich zu diesen Fusionsgedanken. Von den rund 2800 Handwerksbetrieben sind etwa 240 Betriebe der Innungen Bäcker, Friseur, Metall, Metzger und Schreiner in der Kreishandwerkerschaft organisiert. Als Kreishandwerksmeister habe er alle Handwerksbetriebe zu vertreten, ein Wegfall der Bäckerinnung aus der Kreishandwerkerschaft würde das politische Gewicht seines Amtes eher schmälern als fördern. 

Die lange, lebhafte Diskussion zu dem Thema Fusion unter den Betriebsvertretern auf dieser Versammlung ergab kein entscheidungsreifes Ergebnis. Beschlussfassung war deshalb: Die Entscheidung über eine Fusion oder die Beibehaltung der Eigenständigkeit wird auf einer nichtöffentlichen Sondersitzung der Innungsbetriebe in den nächsten Tagen angestrebt. Neben den notwendigen Regularien der Versammlung wie Verabschiedung der Jahresrechnung, Haushaltsplan, Vorstandsentlastung waren auch die Mappe über die Allergene, die Beschaffenheit von Brezn-Backblechen und der Lehrlingsmangel wichtige Themen der Zusammenkunft.

Walter Hueber

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