+
Zeit zum Garteln: Die 76-jährige Christine Göhrung werkelt derzeit in der Gartenanlage in Karlsfeld.

Tipps und Trends beim Garteln 

Naschobst und Superfood: Tipps und Trends beim Garteln

Nun ist er da, der Frühling. Das bedeutet nicht nur spazieren gehen und sonnen, sondern auch: pflanzen, jäten, säen. Experten erklären, was nun im Garten zu tun ist.

„Der Frühling ist jetzt voll da“, weiß Siegfried Lex, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege. Deswegen ist jetzt zum Beispiel die richtige Zeit, um Schalen und Kübel zu bepflanzen. „Der diesjährige Trend sind Primeln mit gekräusten Rändern und in Mischfarben“, erklärt Lex. Es sei auch höchste Zeit für Stauden, Rabatten und Zwiebelpflanzen wie Narzissen und Tulpen. Zudem können schon Pflanzen wie Rittersporn, der dann im Herbst blüht, gesetzt werden. Wer die schnelle Blüte will, empfiehlt er Polsterstauden. „Stark im Kommen sind Magnolien. Diese subtropischen, exotischen Pflanzen eignen sich auch für den kleinen Garten.“ Denn neben großen Magnolien gibt es auch kleinbleibende Sorten. Modepflanzen sind zur Zeit auch Hortensien, wie Lex erklärt. Eine Größe von nur 60 Zentimetern erreicht beispielsweise die Zwergsorte „Bobo“ und ist somit besonders attraktiv für Kleingärtner. Die sich auf draußen statt drinnen konzentrieren: Pflanzen auf der Fensterbank gibt es etwa immer weniger, weiß Werner Gruber, Vorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. „Man muss ja immer die Fenster öffnen. Den Blumenschmuck müsste man dann jeden Tag abräumen. Dafür ist man heute zu bequem“, erklärt er.

Ein zunehmender Trend ist also das „Urban Gardening“, das Stadt-Gärtnern, so Siegfried Lex. So wird in Städten immer mehr in Balkongärten gegartelt, zum Beispiel in Kästen. Vor allem das Anbauen von eigenem „Naschobst“ und Gemüse ist angesagt. Deswegen sind auch Schrebergärten laut Werner Gruber gerade „voll im Zeitgeist“. Er denkt, dass für den Anbau von eigenem Obst und Gemüse der Austausch zwischen den Generationen von großem Vorteil sein kann. „Die Jüngeren können da von den Erfahrungen der Älteren profitieren“, erklärt er. Denn trotz des großen Informationsangebotes im Internet ist nicht alles richtig, was im Netz steht.

Lex hat Tipps für Hobbygärtner: Obwohl er beobachtet hat, dass mit der Klimaveränderung und dem dadurch immer milder werdenden Klima beispielsweise der Löwenzahn oft schon einen Monat früher blüht als bisher, sollte man mit dem Anpflanzen von wärmebedürftigen Gemüsesorten wie Paprika, Gurke und Tomate noch bis Mai warten. Nach den Eisheiligen kann es auch mit diesen Klassikern losgehen. Raus an die frische Luft sollten hingegen jetzt schon Zitruspflanzen, denen es vor allem an Hausmauern gut gefällt, und andere Pflanzen wie Oleander und Zwergpalmen, denen die Frischluft gut tut.

Winterhart ist außerdem ein neuer Trend: Die Goji-Beere, ursprünglich aus China, ist eine wahre Wunderfrucht. „Die länglichen, orangenen Früchte verhelfen angeblich mit ihren Antioxidantien und anderen wichtigen Nährstoffen zu 120 Lebensjahren voll Gesundheit“, sagt Lex augenzwinkernd.

Außerdem empfiehlt Lex Leckereien wie Erdbeeren, die sich hervorragend in Kübeln anpflanzen lassen. Auch Kiwis lassen sich als Kletterpflanzen an Pergolas selbst im Garten halten. Gerade kleinfruchtige Kiwis wie die winterharten Weikis sind im Kommen. Die süßen Weikis werden auch „Bayern-Kiwis“ genannt, weil sie an der Hochschule Weihenstephan in Freising gezüchtet wurden. Nicht nur gut schmecken, sondern auch schön aussehen können Johannes- und Stachelbeeren, als Sträucher oder als Hochstämmchen.

Die richtige Jahreszeit ist jetzt und den ganzen April hindurch auch für Baumpflanzungen. Aufpassen sollten Hobbygärtner jedoch beim Zuschneiden. Außerhalb von Gärten ist das Zuschneiden von Bäumen jetzt schon nicht mehr gestattet, um die Vogelbrut nicht zu stören. „Der Obstbaumschnitt ist aber in vollem Gange“, sagt Siegfried Lex. Im April noch können sie geschnitten werden. „Der beste Schnittzeitpunkt geht noch bis in die Blüte hinein.“ Auch Rosen sollten jetzt zugeschnitten werden. Doch beim Zuschneiden kann so einiges schief gehen. „Bei Rosen sollte nur abgeschnitten werden, was erfroren ist.“ Auch überaltete Triebe können entfernt werden.

Doch: „Es wird viel zu viel geschnitten“, bedauert Lex. „Bäume werden so oft verunstaltet.“ Wichtig sei die Platzwahl schon beim Pflanzen von Bäumen, damit später nicht zu viel weggeschnitten werden muss, weil der Baum sich ausbreitet. Insgesamt gestaltet sich das Zuschneiden von Bäumen und Sträuchern kompliziert. „Bei Bauerngartenhortensien darf man nur wegschneiden, was dürr ist. Rispenhortensien kann man sehr kurz schneiden, weil sie dann stärker blühen.“ Grundsätzlich empfiehlt Lex deshalb, sich in Fachliteratur und Internet schlau zu machen, was genau wie geschnitten werden sollte, um nichts falsch zu machen. 

Eva Lang

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kochen verbindet
Die beste Party steigt in der Küche. Denn zusammen kochen macht Spaß, man lernt viel – und gesund ist das Essen auch. Diese Erfahrung haben 19 Kochschüler gemacht, …
Kochen verbindet

Kommentare