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Ratlos: So schwierig hatte sich Adolf Putz die Neuwahlen nicht vorgestellt. Foto: ost

Gartenbauverein Hilgertshausen sucht händeringend neuen "Chef"

Hilgertshausen - Auch im vierten Anlauf hat es nicht geklappt, einen Vorsitzenden für den Obst-und Gartenbauverein Hilgertshausen zu finden. 68 der 190 Mitglieder hatten sich in der Hilgertshauser Sportgaststätte eingefunden - ohne Ergebnis.

Niemand war bereit, die Nachfolge von Adolf Putz anzutreten, der nach 36-jähriger Vorstandstätigkeit nicht mehr bereit ist, weiterzumachen. Zum Schluss der Versammlung keimte Hoffnung auf, als Paul Gratz nicht ausschloss, den Vorsitz zu übernehmen. Nach einer Nacht Bedenkzeit teilte aber auch er Putz mit, nicht zur Verfügung zu stehen.

Dass auch dem Kreisverband der Gartenbauvereine sehr daran gelegen wäre, wenn es in Hilgertshausen weitergehen würde, haben der Kreisvorsitzende Walter Wilbert und dessen Stellvertreter Werner Arm mit ihrer Anwesenheit bei dieser wichtigen Versammlung signalisiert. Beide versuchten händeringend, einen „Chef“ für den Hilgertshauser Verein zu finden, doch vergeblich. „Bei 190 Mitgliedern müsste es doch möglich sein, einen Nachfolger für Adolf Putz zu finden. So einen Verein kann man doch nicht den Bach runtergehen lassen“, munterte Wilbert auf. Aber auch das Angebot von Putz, als Stellvertreter weiterzumachen, wenn sich ein neuer „erster Mann“ fndet, konnte keinen Gartler dazu animieren, ja zu sagen.

Das große Problem des Vereins ist die Überalterung der Mitglieder. So war auf all den Versammlungen der letzten Zeit kaum jemand zu sehen, der noch nicht das Rentenalter erreicht hat. Aus der bisherigen Vorstandschaft bleiben lediglich noch zwei junge Damen übrig, die bereit sind, weiterzumachen. Das sind Schriftführerin Petra Glas und Beisitzerin Monika Breitsameter.

Auch Bürgermeister Hans Kornprobst, der bisher die Kasse der Gartler geführt hat, steht nicht mehr zur Verfügung. Kornprobst hatte bis zuletzt gehofft, dass sich doch noch ein Vorsitzender findet.

Möglicherweise ist die Adventfeier die letzte Veranstaltung dieses Traditionsvereins, bevor es zur Auflösung kommt. Wenn es zum Jahresende zur Auflösung kommt, werden viele Aufgaben anderweitig verrichtet werden müssen und auch das Dorfleben würde deutlich darunter leiden. Die Gartler haben nämlich alljährlich Feste veranstaltet und Ausflüge durchgeführt, die gut bei der Bevölkerung angekommen sind. Sogar an den Altpapiersammlungen haben sich die Gartler beteiligt und auch die Balkonblumen an den Ilmbrücken im Ort wurden zuverlässig von diesem Verein gepflegt. Bei den Festzügen haben die Gartler-Damen in ihren Festgewändern immer ein schönes Bild abgegeben. „All das wird fehlen, wenn es den Verein nicht mehr gibt“, sagte Putz, der aber dennoch nicht zu bewegen war, nach 36 Jahren weiterzumachen.

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