Freitag, der 13.

Gasteigers Tipps gegen das Unglück

Landkreis - Freitag, der 13. gilt als der Unglückstag schlechthin. Der Dachauer Brauchtums-Experte Robert Gasteiger weiß: Der Teufel hat seine Finger im Spiel. Er hat Tipps, wie man sich schützen kann.

Wer heute schon die Milch verschüttet und sich am heißen Kaffee verbrüht hat, der schiebt sein ganzes Pech wohl auf das Datum: Heute ist Freitag, der 13. Das kann ja nur Unglück bedeuten. Oder doch nicht?

Robert Gasteiger beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Glaube und Aberglaube. fkn

Der Dachauer Stadtrat Robert Gasteiger hat eine Sonderausstellung mit dem Titel „Glaube und Aberglaube“ im Augustiner Chorherren Museum gestaltet und ist in Sachen Brauchtum und Tradition sehr versiert. „Die Angst vor der Zahl 13 kommt eher aus dem katholischen Glauben“, weiß er. „Der Teufel wird mit der Zahl in Verbindung gebracht. Außerdem ist es die 13, die auf die Heilige Zahl der Zwölf folgt.“

Auch mathematisch ließe sich das menschliche Unbehagen vor der Teufelszahl erklären. So wurde früher das Einmaleins nicht bis zehn, sondern bis zwölf gerechnet. „Die 13 war wohl deshalb verpönt.“ Auch in der Rechtschreibung lässt sich dieses Phänomen verfolgen. Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben, die 13 sticht als erste „Ziffernzahl“ heraus.

Unabhängig von der 13 hat auch der Freitag eine lange Unglückstradition für die Christen: „Jesus wurde laut der Bibel an einem Freitag gekreuzigt. Die Verbindung zwischen Freitag und der Zahl 13 als Unglückstag ist allerdings erst im letzten Jahrhundert entstanden“, erklärt Robert Gasteiger. Früher versuchte man sich lediglich vor dem Teufel als solches zu schützen. Während wir heute das vierblättrige Kleeblatt oder aber das Hufeisen als Glücksymbole betrachten, waren es früher Amulette, die die bösen Geister fernhalten sollten. „Der Erzengel Georgius zum Beispiel soll den Teufel auf Abstand halten können.“ Aber auch ein Amulett mit dem Erzengel Michael darauf, der den Beelzebub aus dem Paradies geworfen hat, soll dem Unheil Einhalt gebieten können. Wer sich also mit traditionellen Mittelchen vor dem Freitag als Unglückstag schützen möchte, der könnte sich zum Beispiel ein Stoffamulett anfertigen: Auf der Vorderseite ist einer der Heiligen abgebildet, auf der Rückseite steht auf lateinisch „Vade Retro Satana“, was übersetzt bedeutet: Weiche zurück, Satan.

Dass die Menschen früher so abergläubisch waren, geht wohl darauf zurück, dass viele Dinge wie ein Blinddarmdurchbruch unerklärlich waren. „Auch Naturkatastrophen wurden als Teufelsomen betrachtet“, weiß Gasteiger.

Doch obwohl wir heute aufgeklärt im digitalen Zeitalter leben, ist die Angst vor so manchen Unglücksbringern geblieben. „Ich glaube, dass der Mensch sogenannte Grundängste hat. Diese Ursprungsängste kann man nicht einfach mit Logik wegrationalisieren“, erklärt Gasteiger. Obwohl wir mittlerweile wissen, was bei einer Blinddarmentzündung passiert, nehmen wir uns vielleicht trotzdem unseren Glücksbringer ins Krankenhaus mit.

„Wichtig ist einfach, heute nicht komplett die Hoffnung aufzugeben. Für mich persönlich ist der Freitag, der 13. mein ganz besonderer Glückstag.“ Wer sich auch trotz eines Amulettes unwohl fühlt, da kann laut Robert Gasteiger nur noch eines helfen: „Dahoam blei’m!“

Regina Peter

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