Geldsparen bei der Integration?

Dachau - Die Integration von anerkannten Flüchtlingen und Einwanderern wird die Stadt in Zukunft fordern. Deshalb diskutierten die Stadträte über eine neue interkulturelle Stelle im Rathaus. Doch einige äußerten sich kritisch.

Wie gelingt zukünftig Integration? Braucht es dafür eine interkulturelle Stelle im Rathaus? Darüber debattierten die Stadträte im Familien- und Sozialausschuss am Mittwochnachmittag „Wir sind schon lange zu spät dran“, mahnte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD), dessen Fraktion den Antrag für den neuen Posten in der Stadtverwaltung eingebracht hatte: „Wir sind schon lange eine Einwanderungsgesellschaft.“

Sonja Würschnitzer von der Abteilung „Jugend und Integration“ stellte die Aufgaben der geplanten interkulturellen Stelle vor. Bisher kümmere sich lediglich ihre Abteilung um den Bereich Integration und lege dabei keinen Fokus auf Erwachsene, so Würschnitzer. Sie kritisierte, dass es derzeit weder einen Integrationsbericht, noch ein Integrationskonzept gebe.

Die Integrationsstelle könnte sich damit auseinandersetzen, wie die Integration von Migranten zukünftig gelingt - „eine Vision für die Zielrichtung der Stadtgesellschaft schaffen“, wie Würschnitzer erklärte: Sprachbarrieren zwischen Behörden und Einwanderern abbauen und das „Beamtendeutsch“ erklären. Außerdem könnte der neue Mitarbeiter den Migranten das komplexe Bildungssystem erklären und zwischen den gesellschaftlichen Gruppen vernetzen.

Die Stadträte aller Fraktionen waren sich schnell einig, dass ein interkultureller Posten in der Stadtverwaltung Sinn mache - weniger einig waren sie sich über die Finanzierung der Stelle in Vollbeschäftigung. Denn am liebsten wäre es einigen Fraktionen, wenn die Stelle durch Fördermittel finanziert werde. Das sei aber eher unwahrscheinlich, meinte der Jugend-Abteilungsleiter Markus Högg.

Deshalb kritisierte Elisabeth Zimmermann (CSU): „Für mich macht es keinen Sinn, eine Stelle zu beschließen und dann erst zu schauen, welche Fördermittel ich dafür bekomme. Außerdem fragen wir uns: Welche Aufgaben soll die Person wahrnehmen? Welche Ausbildung soll sie haben?“ OB Hartmann antwortete enttäuscht: „So oft werde ich gefragt: Was tun Sie im Bereich Integration? Ich verstehe nicht, warum jetzt wieder diese Rückzieher kommen.“

Auch seine Parteikollegin Sylvia Neumeier betonte energisch: „Ich habe keinen Bock, aus einem weiteren Arbeitskreis Integration ohne Ergebnisse rauszugehen. Wenn wir die Stelle nicht beschließen, werden uns die Kosten für Integration in Zukunft einholen.“ Auch der Integrationsbeauftragte Horst Ullmann (Bürger für Dachau) sagte: „Bisher hatte ich nie einen Ansprechpartner, wenn ich irgendwelche Probleme in meiner Arbeit hatte.“ Und Ingrid Sedlbauer (ÜB) schloss sich an: „Wenn wir noch länger warten, sind es nur zusätzliche Stunden, die die Ehrenamtlichen leisten müssen.“ Claus Weber (FW) wiederum kritisierte: „Dem Konzept stimme ich zu, aber nicht einer Stelle mehr in der Verwaltung.“

Schließlich setzte sich Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) für einen einstimmigen Beschluss ein: „Ich sehe hier keinen Dissens.“ Daraufhin formulierte Hauptamtsleiter Josef Hermann die Beschlussvorlage um. Die Stadträte stimmten also lediglich für die Erarbeitung eines Konzepts für die interkulturelle Stelle. Nicht aber für eine Weiterleitung an den Hauptausschuss. Und auch die Fördermöglichkeiten für den Posten sollen nun erst überprüft werden.

Anna Schwarz

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