Gemeinde soll Defizite ausgleichen

Haimhausen - Das Kinderhaus St. Nikolaus wird das Geschäftsjahr 2009/10 voraussichtlich mit einem Verlust von 30 000 Euro abschließen. Die katholische Kirchenstiftung hat die Übernahme der Defizite durch die Gemeinde Haimhausen beantragt.

In der Gemeinderatssitzung vom Dezember hatte es zu dem bereits geplanten Verlust einige Widerstände und Missbilligungen gegeben. Von „lockerem“ Geldausgeben, wie Armgard Körner der Kirchenstiftung vorhielt, kann jedoch keine Rede sein.

Pastoralreferent Bernhard Skrabal erklärte, die hohe Summe ergebe sich aus der Verbesserung des Personalschlüssels von 1:12,5 auf 1:11,5. Das bedeutet, dass 11,5 Kinderstunden auf eine Betreuerstunde fallen, zuvor waren es 12,5 Kinderstunden. Zu dieser Steigerung der Betreuungsqualität war die Einstellung zweier Teilzeitkräfte notwendig. Die damit verbundenen Lohnkosten ergeben etwa 30 000 Euro jährlich. Diese Summe könne unmöglich durch Beitragserhöhungen auf die Eltern umgelegt werden.

Kämmerer Peter Haslbeck steht der Angelegenheit gelassen gegenüber. „Der Kindergarten ist eine kirchliche Einrichtung. Demnach müsste das erzbischöfliche Ordinariat eigentlich für die Defizite aufkommen.“ Da die Gemeinde aber auch seinen Nutzen aus dem Kindergartenbetrieb ziehe, müsse sie sich an diesen Dingen finanziell beteiligen. „Es wäre wesentlich aufwändiger, wenn die Kirche ihre Trägerschaft niederlegen würde und wir als Gemeinde einspringen müssten“, erklärt der Kämmerer.

In der Gemeinderatssitzung fiel zudem noch die Aussage, dass andere Kindergärten ohne Defizite auskämen. Doch auf die öffentlichen Kindergärten in Haimhausen trifft dies nicht zu. Der zweite öffentliche Kindergarten in Haimhausen unterliegt der Trägerschaft des BRK. Der finanzielle Vorteil dieser Einrichtung liegt darin, dass die Gemeinde Eigentümerin des Gebäudes ist und somit auch die Unterhaltskosten zu einem großen Teil trägt.

Auch die Kosten für den Hausmeister werden mit 7000 Euro jährlich bezuschusst. Zusätzlich zahlt die Gemeinde eine jährliche Verlustpauschale von 2000 Euro an den BRK-Kindergarten.

Das Kinderhaus St. Nikolaus konnte lange Jahre die Beiträge für die Kinderbetreuung sehr günstig gestalten: Durch den Einsatz von Ordensschwestern hatte das Haus extrem niedrige Personalkosten.

Als dann der BRK-Kindergarten gegründet wurde, fielen dort im Vergleich zum Kinderhaus St. Nikolaus hohe Personalkosten an. Um die Monatsbeiträge des BRK-Kindergartens konkurrenzfähig zu halten, zahlte die Gemeinde damals ebenfalls einen Zuschuss zu den Personalkosten.

Nach einer langen Diskussion all dieser Punkte einigte sich der Gemeinderat schließlich auf eine Kostenübernahme von 70 Prozent des Gesamtdefizits – jedoch nur bis zu einer Höhe von maximal 15 000 Euro.

(sh)

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