Werden bald weniger Dächer mit Solartechnik bestückt?

Geplante Kürzung der Solarförderung trifft auch Phönix

Sulzemoos - Die Pläne der Bundesregierung, die Förderung neuer Solaranlagen zurückzufahren, bringt den Sulzemooser Photovoltaikriesen Phoenix Solar AG in die Bredouille: Der Aktienkurs brach ein.

Noch bleibt es bei der Ankündigungen von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), auf die geltende Förderreduktion von neun Prozent ab April einen weiteren Abschlag von 15 Prozent vorzunehmen. Beschlossen ist aber noch lange nichts. Der Aktienmarkt reagierte allerdings empfindlich auf die Nachricht aus Berlin: Das Papier von Phoenix hat in den vergangenen Tagen stark an Wert verloren. Am 15. Januar war die Aktie noch mit 40,32 Euro notiert, am Donnerstag konnten Anleger sie zeitweise für 34,35 Euro erwerben.

Bei der Phoenix Solar, die Solarmodule und -komponenten vertreibt sowie Solarparks entwickelt, plant und baut, gibt man sich ob des Kurseinbruchs gelassen. „Die Phoenix Solar AG ist ein solides Unternehmen, und der Anleger weiß das. Die Kursverluste betreffen die gesamte Solarbranche. Sobald wieder Ruhe in die Diskussion um die Einspeisevergütung eingekehrt ist und wir wieder unserer Arbeit nachgehen können, erwarten wir eine Erholung“, sagt Unternehmenssprecherin Andrea Wegner.

Was den Vorschlag der Politik betrifft, gibt Phoenix allerdings zu bedenken, dass „der augenblicklich vorliegende Vorschlag die Weichen dazu stellen würde, eine weitere zukunftsorientierte Branche aus dem Land zu treiben“, so Wegner.

In vielen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Griechenland lägen die Fördersätze deutlich höher. Nachdem vor allem die Freiflächensolarparks auf dem Acker mit dem vorliegenden Entwurf nicht mehr wirtschaftlich zu realisieren seien, denke der Konzern daran, seinen Auslandsanteil rasch zu erhöhen. Wegner: „Wir haben bereits den Schritt in die USA für dieses Jahr angekündigt. Die USA ist derzeit schon der viertgrößte Solarmarkt weltweit.“

Phoenix plant laut eigenen Angaben, in diesem Jahr rund 100 weitere Mitarbeiter einzustellen, am Stammsitz in Sulzemoos allein 70. „Sollte sich der Röttgen-Vorschlag konkretisieren, muss aber sicher über die Zahl der Neueinstellungen nachgedacht werden“, meint Wegner.

Eine stärkere Fokussierung auf das Auslandsgeschäft werde dazu führen, dass man dort mehr Arbeitsplätze als in Deutschland schaffen werde, so die Sprecherin. Derzeit hat die Phoenix in Sulzemoos rund 200 Beschäftigte, weltweit sind es mehr als 300. (zim)

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