Geplanter Putenstall sorgt für Proteste

Röhrmoos - Der geplante Putenstall in Arzbach ist großes Thema in der Gemeinde: Während die Bürger schon protestierten, will der Bauausschuss weitere Informationen einholen.

Dort wo über viele Jahre eine Gärtnerei betrieben wurde, will ein Putenmäster aus Goppertshofen nun einen 1600 Quadratmeter großen Stall bauen. Entsprechend den EG-Öko-Richtlinien können hier dann maximal 5000 Puten gehalten werden.

Wie sehr der Stallbau den Arzbachern unter den Nägeln brennt, wurde in der jüngsten Bauausschusssitzung deutlich: Rund 40 Bürger waren wegen des Themas ins Röhrmooser Rathaus gekommen. Längst haben die Arzbacher schon Unterschriften gegen den Stallbau gesammelt, auch einige Unterweilbacher haben sich bereits gegen den Bau ausgesprochen.

Rein rechtlich schaut es allerdings gar nicht gut aus für die Protestler. Vize-Bürgermeister Dieter Kugler, der die Bauausschusssitzung leitete, berichtete, das Landratsamt gehe davon aus, dass von dem Stall keine unzulässige Lärm- und Geruchsbelästigung ausgehen wird. „Wir sind als Gemeinderäte aber auch dazu verpflichtet, Ängste und Befürchtungen der Bürger ernst zu nehmen“, unterstrich Kugler. „Für die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind wir allerdings die falsche Adresse.“ Die Baugenehmigungsbehörde ist das Landratsamt.

Bei einer negativen Stellungnahme der Gemeinde könnte das Landratsamt durchaus seine Ansicht ändern, gab Kugler zu bedenken. Die bestehende Anlage sei äußerst marode und gewinne mit Sicherheit auch keinen Schönheitspreis. „Normalerweise gehört alles weg“, sagte Kugler. Doch laut dem Gemeindebeamten Erwin Zelenka gebe es keine Rückbauverpflichtung, „da keine Gefahr für Leib und Leben besteht“.

Weil dem Bauausschuss kein detailliertes Betriebskonzept vorlag, schlug Kugler vor, die Entscheidung zunächst zu vertagen. Eine Diskrepanz hat der Bauausschuss bei den Angaben über die Großvieheinheiten festgestellt. Nach Aussage des Landratsamtes sind die 5000 Tiere in 63 Großvieheinheiten aufgeteilt, der Antragsteller gehe aber von 52,5 aus. Diese Differenz dürfte allerdings nicht ausschlaggebend für die Genehmigung sein. Selbst bei 63 Einheiten geht das Landratsamt davon aus, dass keine Immissionen ausgelöst werden, die dem Bauvorhaben entgegenstehen.

Auch wegen des Verkehrs möchte der Bauausschuss noch genaue Angaben über die Umschlaghäufigkeit, die Häufigkeit des Stallausmistens und die Frage des Zwischenlagerns von Putenmist einholen. (khr)

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