Michael Haas starb im Alter von 64 Jahren. kn

Geradlinig, väterlich und warmherzig

Dachau - Michael Haas ist tot. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG ist vorgestern mit 64 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Michael Haas war in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Als hochqualifizierter Bankkaufmann war er in seinen beruflichen Entscheidungen von einer schnörkellosen Geradlinigkeit und Konsequenz. Mit Besonnenheit trat er für Bewährtes ein, wenn es dem Wohl der Bank diente. Gleichzeitig stand er aber auch allem Neuen aufgeschlossen gegenüber. Doch bei allen seinen Entscheidungen verlor er niemals den Menschen aus den Augen. Er war sehr aufgeschlossen: Persönliche Belange seiner Kollegen und Mitarbeiter behandelte er mit fast väterlicher Fürsorge. Dabei war er in wohltuender Weise uneitel und vermied es, sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Der gebürtige Altomünsterer lernte den Beruf des Bankkaufmannes von der Pike auf. Haas begann 1965 seine Ausbildung in der Volksbank Dachau eG. Während seiner gesamten beruflichen Laufbahn verfolgte er mit unerschütterlicher Überzeugung seine Ziele: ein genossenschaftliches Wirtschaftsunternehmen im Landkreis zu fördern, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten und dem Wohl der Region und ihren Menschen zu dienen.

1991 fand die erste große Fusion der Volksbank Dachau mit der Raiffeisenbank Dachau eG statt, die eine Erweiterung des Wirtschaftsraumes erlaubte. Michael Haas war im selben Jahr zum hauptamtlichen Vorstand bestellt worden. Seit 1999 leitete er als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der heutigen Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG und war Entscheidungsträger bei zwei weiteren Fusionen: 2001 mit der Raiffeisenbank Jetzendorf-Petershausen und 2003 mit der Raiffeisenbank Altomünster. Sein Einfühlungsvermögen einerseits und seine konsequente Haltung und sein großes Fachwissen andererseits machten Michael Haas zum hochgeschätzten Mitglied: beim regionalen und zentralen Sanierungsausschuss, im Verbandsrat im Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin sowie im Bayerischen Genossenschaftsverband.

Dabei machte er nie einen Hehl daraus, dass er aus einfachen Verhältnissen stammte. Das war auch der Grund, warum er die Schwachen in unserer Gesellschaft nicht vergaß. In seinem letzten Berufsjahr rief er in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Dachau das Projekt „Schulmahlzeit“ für bedürftige Kinder ins Leben.

Dass er das Herz am rechten Fleck hatte, zeigte auch sein privates Engagement. Als Katzenliebhaber unterstützte er den Tierschutzverein Dachau. Beim BRK Dachau war er Schatzmeister. Die Pflege von Kultur und Brauchtum war ihm ebenso wichtig: Er errichtete das erste genossenschaftliche Bankmuseum, führte die bankeigene Sammlung hochwertiger Gemälde aus der Zeit der Künstlerkolonie fort und gründete die Reihe „Kunst und Bank“ zur Förderung zeitgenössischer Kunst.

Ende 2011 wurde er verabschiedet. Doch der Ruhestand fiel ihm anfangs nicht leicht: Nach wie vor gehörte sein ganzes Herz der Bank, den Kollegen und Mitarbeitern. Im Juli wurde Haas für sein Lebenswerk geehrt: mit dem Bundesverdienstkreuzes am Bande, die höchste Auszeichnung, die das Land einem Bürger verleihen kann.

Michael Haas hinterlässt seine Ehefrau Eleonore, die beiden Kinder Sylvia und Thomas sowie die Enkeltochter Emma.

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