Zwischen den Fronten: Gerda Hasselfeldt (Mitte) gilt als Vermittlerin zwischen Ministerpräsident Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel. dpa

Entschluss der Bundestagsabgeordneten

Gerda Hasselfeldt: Für die starke Frau ist Schluss

Dachau - Gerda Hasselfeldt (CSU) wird bei der nächsten Bundestagswahl nicht wieder antreten. So reagiert der Landkreis Dachau auf die Entscheidung:

„Sie ist unsere starke Frau in Berlin“, sagt CSU-Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath über Gerda Hasselfeldt. Allerdings nur noch bis Herbst 2017: Die langjährige Bundestagsabgeordnete wird bei der nächsten Wahl nicht wieder antreten. „Ein herber, schwerer Verlust“, findet Seidenath. Für die CSU beginnt die Suche nach einem Nachfolger. Wobei es schon eine Favoritin gibt – wenn es nach der Fürstenfeldbrucker Kreis-CSU geht.

„Unsere starke Frau in Berlin“, so lautete auch Gerda Hasselfeldts Slogan im Wahlkampf. Seit 1987 gehört die 65-Jährige dem Bundestag an, seit 1990 ist sie stets direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Fürstenfeldbruck-Dachau. „Sie ist eine der arriviertesten Politikerinnen des Landes – und dennoch häufig in ihrem Stimmkreis“, so Seidenath. Hasselfeldt sei mit dem Landkreis stark verbunden, „da fließt Herzblut“.

Blasius Thätter, ehemaliger Landtagsabgeordneter und politischer Weggefährte von Hasselfeldt, sieht in der Arbeit von Hasselfeldt große Verdienste: Als CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag habe sie gerade im Hinblick auf die Asylpolitik enorme Spannungen im Lot zu halten. Landrat Stefan Löwl bezeichnet Hasselfeldt als „engagierte und gut vernetzte Kämpferin. Wir verlieren jemanden mit viel Erfahrung“.

Seidenath bedauere den Schritt von Hasselfeldt, im Herbst 2017 nicht mehr zu kandidieren, persönlich sehr. Er habe vor zwei Wochen von ihrem Entschluss erfahren. Geplant war, dass Hasselfeldt gestern Abend erst die CSU-Vertreter auf der Bundeswahlkreiskonferenz informiert (siehe Kasten). Heute Abend werde Hasselfeldt bei einer Kreisvorstandssitzung ihren Schritt erläutern, so der Landtagsabgeordnete. Danach will Seidenath mit Thomas Karmasin, Brucker CSU-Kreisvorsitzender und Landrat, Kontakt aufnehmen – und sich auf die Suche nach einem Nachfolger begeben. Karmasin kündigte an, Katrin Mair aus Türkenfeld anzusprechen. Die 34-Jährige gilt im Landkreis Fürstenfeldbruck als Hasselfeldts Wunschnachfolgerin. Sie scheiterte 2009 als Listenkandidatin nur knapp. Seidenath hält sich bedeckt: „Ich sehe weder in Fürstenfeldbruck noch in Dachau einen Kronprinzen oder eine Kronprinzessin.“

Gerda Hasselfeldt gehört dem Bundestag seit 1987 an. Damals rückte sie für Franz Josef Strauß nach. Sie bekleidete mehrere Ministerämter und war zuletzt Chefin der CSU-Landesgruppe.  

no/st

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