Osterfeuer im Landkreis

Gigantische Lagerfeuer

Landkreis - Mit gigantischen Lagerfeuern wird heute überall im Landkreis das Osterwochenende eingeleitet. Der Jaudus der Burschenvereine ist Brauch. Damit auch beim privaten Osterfeuer alles klappt, gilt es einiges zu beachten.

„Das Osterfeuer, oder auch Jaudus, geht vermutlich auf heidnische Bräuche zurück“, erklärt Kreisheimatpflegerin Dr. Birgitta Unger-Richter. Belegte Quellen gebe es nicht. „Dabei unterscheidet sich das Jaudusfeuer vom Feuer vor der Liturgie im Kirchhof, an dem der Pfarrer die Osterkerze entzündet.“ 

Im kirchlichen Feuer verbrennen die alten Öle, beim Jaudusfeuer fällt neben Unmengen an Holz und Reisig oft auch eine Strohpuppe den Flammen zum Opfer. Manche Burschen befestigen sie an einem langen Stab und schichten anschließend das Holz um die Stange herum auf. „Die Puppe soll Judas symbolisieren“, sagt Dr. Unger-Richter. Ist das Holz fertig aufgeschichtet, müssen es die Burschen und Madln bewachen, damit die Nachbarvereine den Holzhaufen nicht frühzeitig anzünden. Zusätzlich dazu gehen die Burschen in manchen Gemeinden zum „Oarbettln“: Die Burschen besuchen die Madln am Kammerfenster, um Eier oder eine ganze Brotzeit zu „erbetteln“. Doch mit Brennholz sammeln und Holz bewachen ist ganz schön viel zu tun.

 „Da schaffen wir das Oarbeln gar nicht mehr“, meint Andreas Widmann, zweiter Vorsitzender vom Burschenverein Sittenbach. „Die Madln bringen uns aber eine Brotzeit zur Feuerstelle mit.“ Die Sittenbacher Burschen sammeln ihr Brennholz in Sittenbach, Rossbach und Sixtnitgern ein. In der Nacht zu Karsamstag treten sie zur Nachtwache am Jaudus an – bis der Karsamstag, Tag des Feuers, mit einem Weißwurstfrühstück beginnt. 

Nicht nur bei Burschen- und Sportvereinen ist der Jaudus Brauch, auch viele Privatleute veranstalten das Osterfeuer. „Grundsätzlich muss das Osterfeuer bei der Gemeinde angemeldet sein“, erklärt Kreisbrandmeister Maximilian Reimoser. Die Gemeinden geben ihre Auflistung den Feuerwehren weiter. Trotzdem komme ein Falschalarm immer wieder vor. Mit ihrem Osterfeuer haben die Veranstalter einen Sicherheitsabstand von 100 Metern zu Gebäuden, Bäumen und Straßen einzuhalten. Auch die Windrichtung sollten die Veranstalter einberechnen, nicht dass „der Rauch in ein Wohngebiet zieht“. Ein Osterfeuer benötigt eine Aufsichtsperson. „Und der Veranstalter hat darauf zu achten, was verbrannt wird.“ Generell gilt: nur trockene Pflanzenreste und unbehandeltes Holz verwenden. 

Vor dem Anzünden sollte das Osterfeuer umgeschichtet werden. „So können die Veranstalter sichergehen, dass der Holzhaufen nicht zum Scheiterhaufen für kleine Tiere wie Igel wird“, erklärt Reimoser. Sie könnten sich unter dem Holz verkrochen haben. „Zum Anzünden auf keinen Fall Brandbeschleuniger verwenden“, rät Reimoser. Wenn die Besucher die Feuerstelle verlassen, sollte das Feuer oder die Glut gelöscht werden. Abschließend hat der Kreisbrandmeister noch zwei Tipps parat: „Lieber etwas Holz nachlegen anstatt gleich eine riesige Menge Holz anzuzünden und – bei einem unkontrollierten Funkenflug sofort die Feuerwehr alarmieren.

Ein Überblick über die Osterfeuer im Landkreis:

Schwabhausen: Arnbach Schuttgrube, Burschenverein Arnbach. Bergkirchen: Facha, Burschenverein Unterbachern: Breitenau oder Weinbreite (je nach Witterung); Ludwig-Thoma-Str. 57, privat; Oberbachern, Am Webelsbach, privat; Günding, Kanalstraße, privat; Palsweis, beim Fuchsberg, Burschenverein; Feldgeding, Kiesgrube, Burschenverein; Deutenhausen Richtung Bibereck, privat. Vierkirchen: nördlich von Pasenbach Richtung Jedenhofen: Burschenverein Pasenbach; Sportclub Vierkirchen auf dem Sportgelände. Altomünster: Burschenverein. Erdweg: Unterweikertshofen Jaudusplatz, Burschenverein; Eisenhofen Richtung Hof, Burschenverein. Odelzhausen/Pfaffenhofen/Sulzemoos: SVO-Gelände an der Skaterbahn, Sportverein; Höhe Glonnstraße 26; westlich von Lukka beim Autobahnsee; in südlicher Richtung von Ebersried nach Bayerzell; südwestlich von Todtenried; beim Pumpenhaus am Feldweg an der Eichenstraße in Sulzemoos (alle privat); Sittenbach nördlich in Richtung Gaggers, Burschenverein Sittenbach. Röhrmoos: Nähe Mühlweg, Burschenverein: Großinzemoos, Nähe Hohlweg. Keine Feuer gemeldet wurden in Indersdorf, Hilgertshausen-Tandern, Jetzendorf, Karlsfeld, Dachau, Hebertshausen, Haimhausen, Altomünster und Weichs.

Maximilian Pichlmeier

Auch interessant

Heimatshop Winter Aktion, jetzt Rabatte von bis zu 30% sichern!

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Magnet mit Kuhflecken</center>

Magnet mit Kuhflecken

Magnet mit Kuhflecken
<center>Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75</center>

Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75

Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75
<center>Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher</center>

Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher

Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher

Kommentare