Der Streckenwart an der Spitze: Paul Einertshofer führte die Flotte der Motorradfahrer bei der 64. Ausfahrt der Freunde alter Fahrzeuge an. Foto: ostermair

Vom Gogomobil bis zum Ami-Schlitten

Dachau - Eine ganze Reihe von Fahrzeugen, die bereits Museumsreife erlangt haben, gab es bei der 64. Ausfahrt der Freunde alter Fahrzeuge auf dem Kaufland-Parkplatz in Dachau-Ost zu bewundern.

Hier erfolgte der Start für die rund 150 uralten, aber fein herausgeputzten Automobile und Motorräder. Das Ziel war heuer Oberappersdorf im Nachbarlandkreis Freising, wo die vielen Oldie-Freunde im Gasthof Obermeir gut speisten.

Die Karawane wurden von den Motarradfahrern angeführt, mit Streckenwart Paul Einertshofer an der Spitze. Der 83-jährige Großinzemooser fuhr auch heuer wieder mit seiner 600er BMW, Baujahr 1951, die ihn noch nie im Stich gelassen hat. Seit 33 Jahren ist Einertshofer nun schon Streckenwart bei diesem landkreisweiten Oldtimer-Verein, und wenn er weiterhin so fit ist, möchte er noch zwei Jahre dieses Amt ausüben.

Man sah natürlich nicht nur BMW-Maschinen. Die Ausfahrt lieferte den Beweis, dass es in der Vor- oder Nachkriegszeit eine Vielzahl weiterer Hersteller gab, die tolle Maschinen auf den Markt gebracht haben. Dazu gehört sicher die 350er NSU Konsul von Rudi Bichler aus Altstetten, die mit 17 Pferdestärken 1952 gebaut wurde und bei der Fernsehsendung „Dahoam is dahoam“ immer wieder mal zu sehen ist. Da sieht man sie allerdings ohne Beiwagen, bei der Ausfahrt war dieser aber angebaut.

Mit einer Harley Davidson WL 750 fuhr Franz-Josef Karchhammer aus Hilgertshausen vor. Hier handelt es sich um ein Vorzeige-Objekt aus dem Jahre 1942, das aus dem Harley-Museum kommt. Mittlerweile hat Karchhammers Gefährt einen Kolbenfresser gut überstanden. „Die Ersatzteilversorgung ist hier relativ gut“, so der begeisterte Harley-Fahrer.

Bilder: Oldtimertreffen in Appercha

Oldtimertreffen in Appercha

An der Spitze der museumsreifen Automobile war der Ford T von Hans Süßmeier aus Moorenweis zu finden. Dieses vollgummibereifte Fahrzeug mit Holzrädern wurde schon 1909 in Amerika gebaut und hat eine Leistung von 20 PS. Süßmeier ist Kfz-Meister und hat mit dem Restaurieren kein Problem. Er hat sogar vier Oldtimer in der Garage stehen. Ein großer Oldtimer-Fan ist auch Nora von Nordheim, die zur Dachauer Ausfahrt zusammen mit ihrem Vater Hubert mit einem Chevrolet Superior V Tourer bis aus Kempten anreiste. „Das war die erste größere Fahrt mit diesem 1926 gebauten Fahrzeug“, so die Fahrerin, die vom „neuesten Baby“ in ihrer Oldtimer-Sammlung sprach, das sie aus einem Museum in Baden-Württemberg erworben hat. Zweieinhalb Jahre dauerte die Restaurierung dieses toll hergerichteten Automobils.

Gar 15 Jahre hat der Dachauer Franz Sandmeier an der Restaurierung seines elfenbeinfarbenen Mercedes Benz 170 S gearbeitet, und dabei ist ebenfalls ein richtiges Schmuckstück entstanden. Dieses Fahrzeug ist zwar „erst“ 64 Jahre alt, steht aber da wie neu.

Es gab fast kein Fabrikat, das nicht bei der Ausfahrt vertreten war. Die Bandbreite reichte vom Gogomobil bis hin zu großen Ami-Schlitten. Besonders stark vertreten waren die Topolinos und die BMW-Modelle. Dass sich eine Reihe von Oldies „verfahren“ haben, weil eben einer dem anderen folgte und nicht die empfohlene Wegstrecke fuhr, tat der guten Stimmung im Obermeir-Tennenanbau keinen Abbruch.

Die Oldtimer-Verehrer haben in ihrem Kalender bereits den 14. September dick angestrichen, denn da wird zur Herbst-Ausfahrt gestartet. (ost)

Auch interessant

Kommentare