Auf der 19,4-km-Zeitfahrstrecke spielte Paralympics-Sieger Michael Teuber aus Odelzhausen seine ganze Routine aus.

Gold und Silber für den Medaillensammler

Odelzhausen - Bei den Straßenweltmeisterschaften im Paracycling hat der Odelzhauser Michael Teuber die Goldmedaille im Einzelzeitfahren über 19,4 Kilometer und Silber im Straßenrennen geholt.

Die Anspannung war groß bei Michael Teuber, denn als Paralympicssieger im Straßenzeitfahren hatte er in dieser Saison zwar schon einige Siege eingefahren und sich optimal auf die WM vorbereitet, aber im direkten Vergleich mit dem Italiener Paolo Vigano seit Peking 2008 nicht mehr gewonnen.

Doch die Überraschung kam schon vor dem Wettkampf: Titelverteidiger Vigano wollte nach der lange angekündigten Regeländerung seinen technischen Vorteil nicht aufgeben und wurde deshalb um zwei Wettkampfklassen nach oben gestuft. Michael Teuber ging somit beim Einzelzeitfahren als letzter Fahrer der LC 4-Klasse an den Start.

Der 41-Jährige Zeitfahrspezialist konnte seine Top-Form abrufen und kam dem eine Minute vor ihm gestarteten Juanjo Mendez aus Spanien auf den zwei Runden immer näher. Teuber konnte den bärenstarken 45-Jährigen zwar nicht, wie in den Jahren zuvor einholen, lieferte mit einer Zeit von 28:29 Minuten und einem Schnitt von knapp 41 km/h aber eine Top-Leistung ab, die ihm den Titel sicherte und sogar in der weniger behinderten Klasse LC 3 für den Sieg gereicht hätte. Die Laufzeit von Paracycling-Urgestein Mendez war nur 45 Sekunden langsamer und brachte ihn auf Rang zwei. Auf dem dritten Platz folgte, wie in Peking 2008, der US-Amerikaner Anthony Zahn mit 2:11 Minuten Rückstand.

Zwei Tage später stand das Straßenrennen über 48,5 Kilometer auf dem Programm der Paracycler. Der Rundkurs mit einer anspruchsvollen Steigung und einer kniffligen Abfahrt musste fünf Mal durchfahren werden. Bereits in der zweiten Runde sprengte Routinier Mendez am Berg das Feld; nur Teuber und Titelverteidiger Pierre Senska konnten dem Spanier folgen. In der folgenden Abfahrt fuhr Teuber einen Vorsprung heraus, aber Mendez und Senska konnten nach fünf Kilometern Verfolgungsjagd wieder aufschließen.

Bei der vierten Berg-Passage gelang es dem unermüdlichen Mendez sogar, Teuber um einige Meter zu distanzieren. Am letzten Berg waren die Kräfte des Spaniers dann aber aufgebraucht. Teuber setzte mit letzter Kraft eine harte Attacke und fuhr bis zum Ziel einen Vorsprung von 26 Sekunden auf Mendez heraus. (ge)

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