Griechen wissen nicht, wohin sie sollen

Dachau - Die Stadt hat den Mietern des ehemaligen Feuerwehrhauses in der Friedenstraße gekündigt.

Nächstes Jahr feiert die Griechische Gemeinde Dachau ihr 30-jähriges Bestehen. Wo, das steht noch nicht fest. Der Vereinsvorsitzende Georgios Voutzalis ist geschockt: „Wir wissen nicht, wo wir hin sollen.“

Auch die Caritas muss für ihren Gebrauchtwarenmarkt ein neues Zuhause suchen.

Georgios Voutzalis ist erst seit wenigen Wochen Vorsitzender der Griechischen Gemeinde. Im Juni wurde er Nachfolger von Joannis Mitikidis. Dass er schon so bald nach Amtsantritt vor ein für seinen Verein existenzielles Problem gestellt sein würde, konnte der Grieche nicht ahnen. Offiziell weiß er noch gar nicht, dass er so ein Problem überhaupt hat. Denn: „Die Stadt hat sich noch nicht bei uns gemeldet. Offiziell wissen wir nichts.“ Aber Fakt ist: Die Griechische Gemeinde muss bis Ende März 2011 aus dem alten Feuerwehrhaus ausziehen.

Die Stadt hat den Mietern dieser Tage gekündigt. Mit langer Übergangszeit, wie Stadtkämmerer Thomas Ernst betont. Mieter sind die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die Caritas. Die Griechische Gemeinde ist nur Untermieter. Für 600 Euro hat sie einige Räume von der AWO gemietet. Dort treffen sich die griechischen Bürger der Stadt: Kinder zum Spielen, Senioren zum Diskutieren, Tanzgruppen zum Trainieren. Der Fußballverein AEG Dachau hält dort seine Teamsitzungen ab. Nach Schätzung von Voutzalis nutzen etwa 1500 Griechen die Einrichtung.

Kämmerer Ernst bestätigt, dass die Stadt den Mietern AWO und Caritas gekündigt hat. Möglicherweise wird das Grundstück verkauft oder von der Stadt selbst genutzt, nennt Ernst die Optionen. Und er betont: „Alle Mieter haben gewusst, dass das Gebäude nur eine vorübergehende Nutzungsmöglichkeit für sie ist.“

Für die AWO ist die Kündigung „kein aktuelles Problem“, sagt Prokuristin Wiebke Kappaun. „Wir sind bereits 2009 mit dem Mehrgenerationenhaus in die Konrad-Adenauer-Straße umgezogen.“ Das Feuerwehrhaus werde nur noch von Malgruppen genutzt. Die müssten dann eben auch in die Altstadt umziehen.

Die Caritas dürfte da schon ein größeres Problem haben. Sie betreibt in der Friedenstraße einen Gebrauchtwarenmarkt als Arbeitstraining für psychisch kranke Menschen. Für den Markt braucht die Caritas eine Halle. Über die Zukunft des Markts hält sich die Caritas momentan bedeckt: Man werde zu gegebener Zeit die Presse informieren. (flg)

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