Ein großer Schritt zu einem Dorf für alle

Schönbrunn - Die Entscheidung ist gefallen: Das Münchner Architekturbüro Morpho-Logic hat den städtebaulichen Realisierungswettbewerb für Schönbrunn gewonnen.

Es ist ein großer Schritt getan, dass Schönbrunn ein Dorf für alle Menschen wird, egal ob behindert oder nicht.

Bei dem Wettbewerb um die Neugestaltung von Schönbrunn erhielt das Architekturbüro Morpho-Logic den Zuschlag. Das Büro Zwischenräume Architekten und Stadtplaner, wie der Sieger aus München, wurde der zweite Preis zuerkannt. Insgesamt hatten acht namhafte Architekturbüros an dem Wettbewerb teilgenommen.

Im Mai soll die Entscheidung fallen, welches Konzept zum Tragen kommt, und dann werde schnell mit der Umsetzung begonnen, so Markus Tolksdorf, Vorstandsvorsitzender der Viktoria-von-Butler-Stiftung, die im vergangenen Jahr von den Franziskanerinnen von Schönbrunn gegründet worden war. Die Entwicklung des Dorfes Schönbrunn ist einer der Stiftungszwecke. Die Bearbeitung und Betreuung des Wettbewerbs erfolgte durch Markus Hertlein von HSP Projektmanagement, unterstützt von dem Münchner Architekten und Stadtplaner Walter Landherr.

Tolksdorf zeigte sich äußerst zufrieden mit den eingereichten Arbeiten: „Die Vielfalt der Lösungsansätze spiegelt die Vielfalt wider, die wir in Schönbrunn in den kommenden Jahren entwickeln wollen“. Die beiden prämierten Beiträge hätten attraktive Strukturen geschaffen, sagt er, „die alle Menschen einladen, hier zu leben“. Das heißt, Menschen mit und ohne Behinderung sollen in Eigenheime oder Mietwohnungen ziehen. Dabei ist nicht nur an Einzelpersonen gedacht, auch junge Familien sollen ein Zuhause finden. Jetzt sei „ein großer Schritt auf dem Weg zu einem Dorf für alle getan“, mit der Zielsetzung, „aus dem Ort Schönbrunn in der Gemeinde Röhrmoos einen attraktiven Sozialraum zu machen, der inklusiv und barrierefrei gestaltet ist“, erklärte Markus Tolksdorf.

Die Planungen für Schönbrunn betreffen die Stiftungsgrundfläche, die es eng an das Dorf anzukoppeln gelte. Masterplan und Umsetzung seien mit der Gemeinde Röhrmoos abgestimmt, die „Herr im Haus“ bleibe, so Tolksdorf. Die Einwohnerzahl, so rechnet man, werde von derzeit 750 auf 1250 Personen bis 2030 steigen, wenn die Umsetzung bis dahin abgeschlossen sein sollte. Die Kosten liegen im oberen zweistelligen Millionenbereich.

Beurteilt worden sei vom Preisgericht „die Qualität der Arbeiten“, so der Vorsitzende des Preisgerichts, Professor Ulrich Holzscheiter, wobei die Juroren nicht wussten, vom wem die vorgelegten Entwürfe stammen. Drei entscheidende Bewertungskriterien stellte er für die Bebauung mit Wohnraum und Geschäften heraus: die Funktion, die ästhetischen Belange und die Wirtschaftlichkeit.

Die Wettbewerbsarbeiten

können ab 18. April für eine Woche im Haus Johannes, Raphaelweg 9, in Schönbrunn eingesehen werden.

Ingrid Koch

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