Von Glücksbringern umrahmt: Die Kaminkehrerobermeistern Bernhard Schmid (l.) und Oswald Klein (r.) mit Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs, Dr. Lothar Ebbertz und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Hermann Krenn. hwa

„Handwerk braucht Boden“

Dachau - Beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft war das große Thema, Flächen für das Handwerk zu finden.

Seit 16 Jahren lädt die Kreishandwerkerschaft in den ersten Januartagen zum Neujahrsempfang, abwechseln bei der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau und der Sparkasse Dachau. Der große Konferenzsaal der Sparkasse Dachau war heuer Ort des Treffens - das sich keiner von Handwerk, Politik, Wirtschaft und Verwaltung entgehen ließ.

Die ersten Kontakte für erfolgreiche Zusammenarbeit im neuen Jahr werden hier, verbunden mit den besten Neujahrswünschen, vertieft und geknüpft. Als Festredner hatte Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs den Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, Dr. Lothar Ebbertz, eingeladen. Vor dessen launiger Rede zum 500-jährigen Bestehen des Bayerischen Reinheitsgebotes und damit dem ältesten verbrieften Verbraucherschutzgesetzes ergriffen Kreishandwerksmeister, Landrat und Oberbürgermeister das Wort.

Ulrich Dachs blickte auf ein erfolgreiches, arbeitsreiches und spannendes Jahr 2015 zurück. Die 2819 Handwerksbetriebe im Landkreis hätten unter Vollauslastung Aufträge erledigt. Die Herausforderung für 2016 liege in der Schaffung von für das Handwerk geeigneten Gewerbeflächen. Das könnte dazu helfen, Arbeitsplatzsicherheit zu gewährleisten. Das Handwerk habe 42 Prozent aller Azubis im Landkreis ausgebildet und mit 1,1 Milliarden Euro Umsatz den Wirtschaftsraum gestützt. Die Politik forderte Dachs auf, mit den in der Schublade liegenden Plänen für das Gelände der Papierfabrik an der Lösung von bezahlbarer Wohnraumbeschaffung zu arbeiten.

Landrat Stefan Löwl bedankte sich bei den zahlreichen Helfern, die bei der Asylbewerbersituation die große Herausforderung mit zu meistern versucht haben. Diese Aufgabe führe Amt und Ehrenamt nach wie vor an die Grenzen der Leistungsfähigkeit und darüber hinaus. Am dringendsten sei jetzt die Lösung der Integration. Die Chancen der Zuwanderer im Handwerk seien groß und es werde immer wichtiger, junge Leute für das Handwerk zu begeistern. Mit seinem Schulangebot und der Planung für neue Schulen sieht Löwl den guten Start des Landkreises in das beginnende Jahr. Wichtige Aufgabe sei die kommende Siedlungs- und Verkehrspolitik für die Metropolregion.

Oberbürgermeister Florian Hartmann bescheinigte dem Handwerk trotz der fehlenden Präsenz auf den Wirtschaftsseiten der Printmedien die Wichtigkeit in der Gesellschaft. Er setzt große Hoffnung auf das Gewerbeflächenentwicklungskonzept der Stadt. Mit seiner Überzeugung „Handwerk braucht Boden“ fordert er: „Wir müssen wieder Flächen schaffen, wo Handwerker arbeiten können, auf denen Produktion erlaubt ist. Dazu gehört auch dass es Lärm verursacht, wenn ein Hammer auf Metall trifft und wenn eine Säge Material schneidet.“

Nach den Festreden wurden 13 Jungmeister geehrt (Bericht folgt).

(hwa)

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