Seit Weihnachten warten diese beiden etwa neun Monate alten Hundedamen darauf, abgeholt zu werden. Sie wurden in Petershausen aufgegriffen und befinden sich vorübergehend auf einem Privatpflegeplatz. Foto: sim

Happy-End nach einer Horror-Nacht

Dachau - Rund um die Uhr im Einsatz waren die Mitarbeiter des Tierschutzvereins Dachau an den Weihnachtsfeiertagen, Silvester und Neujahr. Fünf Hunde sind durch die Knaller in Panik weggerannt

Für die Silvester-Ausreißer gab es zum Glück ein Happy-End: Sie wurden allesamt von ihren Besitzern im Dachauer Tierheim wieder abgeholt. Einige Katzen werden indes noch vermisst.

Bereits jetzt sei das Dachauer Tierheim „relativ voll“, betont die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Silvia Gruber. Auch die fünf Container, die aufgestellt wurden, weil das Katzenhaus aus allen Näten platzt, sind gut ausgelastet. Am Wochenende fiel zu allem Unglück in einem Container noch die Heizung aus. Im Sommer ist es hier dagegen teilweise bis zu 40 Grad heiß – untragbare Zustände, momentan aber die einzige Lösung.

Vor 28 Jahren ist das Tierheim Franz von Assisi auf einem damals von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück errichtet worden. Seitdem sind 950 000 Euro verbaut worden; Zuschüsse von staatlicher oder Gemeindeseite her gab es nur in Höhe von 40 000 Euro. Alles andere hat der Verein selbst geschultert.

Von den 33 000 Euro Mitgliedsbeiträgen, die der Verein jährlich erhält, könnte theoretisch gerade mal für einen Monat der Betrieb aufrecht erhalten werden, rechnet Gruber vor. Viele Leute hätten die Einstellung, dass der Staat für den Tierschutz aufkomme. Das höre sie immer wieder, wenn Tierbesitzer ihre Vierbeiner im Tierheim abgeben.

Dabei erhält der Tierschutzverein nur eine Fundtierpauschale von einem Euro pro Einwohner und Jahr von den Landkreigemeinden. Sulzemoos und Hebertshausen zahlen nur 50 Cent, und Odelzhausen sowie Pfaffenhofen sind ganz ausgestiegen (wir haben berichtet).

Für das neue Katzenhaus will keine Gemeinde etwas beisteuern. Ein Schreiben der Bürgermeister hat Silvia Gruber auf ihrem Schreibtisch. Eine neue Lösung soll laut den Gemeindeoberhäuptern „ausgelotet“ werden. Wie diese aussieht, weiß die Tierschützerin allerdings bis heute nicht.

Im Vergleich zu anderen Kreisen hätten die Tiere im Landkreis Dachau „überhaupt keinen Stellenwert“, findet Gruber. „Es fehlt an der Einstellung der Leute“, so die Tierschützerin, oft gerade bei Katzen. Vielen seien die Tierarztkosten zu hoch, und dann werde die Katze ins Tierheim abgeschoben, oftmals über Nacht, krank oder verletzt.

Gegen Ende der Weihnachtsferien rechnet Silvia Gruber mit dem nächsten Ansturm. Dann würden die lästig gewordenen „Weihnachtsgeschenke“, wie Hasen, Meerschweinchen, Hamster, Mäuse, Katzen oder Hunde reihenweise abgegeben. (dn)

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