Im Wohntrakt links vom Schloss Deutenhofen sollen die Flüchtlinge untergebracht werden. foto: khr

Hebertshausen bereitet sich auf die Asylbewerber vor

Hebertshausen - Zehn Flüchtlinge sollen ab Montag, 27. Mai, ein neues Zuhause im ehemaligen Altenheim in Deutenhofen finden.

Zehn Betten haben Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes schon am Pfingstmontag im ehemaligen Altenheim in Deutenhofen aufgestellt. Im Schwesternzimmer wird in diesen Tagen auf die Schnelle eine neue Küche installiert. Am kommenden Montag sollen zehn Asylbewerber in Deutenhofen ein neues Zuhause finden (wir berichteten).

Noch im Februar hatte es geheißen, dass die Asylbewerber-Idee für Hebertshausen wohl vom Tisch ist. Doch der Druck lässt nicht nach, sondern wächst. Insgesamt 100 neu ankommende Flüchtlinge werden dem Landkreis Dachau wohl bis zum Jahresende von der Regierung von Oberbayern zugeteilt - und die brauchen Unterkünfte.

Bürgermeister Michael Kreitmeir informierte am Dienstagabend seine Gemeinderäte in einer Sitzung. Er hatte gegenüber dem Landratsamt deutlich gemacht, dass eine Belegung des ehemaligen Pflegeheims nicht über 30 Personen hinausgehen darf. Diese Zusicherung seitens des Landratsamtes wurde laut Kreitmeir gemacht. Gerhard Weber, Pressesprecher des Landratsamtes, sprach jedoch von 30 bis 40 Menschen, die im ehemaligen Altenheim unterkommen können.

Ursprünglich war im vergangenen Jahr im Gespräch gewesen, dass das alte Schloss als Asylbewerberunterkunft umgebaut werden sollte. Nun ist aber der südwestliche Teil der Gebäude, also der ehemalige Wohntrakt, dafür vorgesehen. Größere Instandsetzungsarbeiten sind in diesen Räumen nicht erforderlich, sagte Marianne Klaffki (SPD). Die vorhandenen Einrichtungen können genutzt werden. Die Zimmer werden jeweils mit zwei Betten bestückt, Waschgelegenheiten sind vorhanden. Mitarbeiter des Bauhofes des Landkreises bringen nun die Außenanlagen auf Vordermann.

Ob es sich bei den Flüchtlingen um Einzelpersonen oder Familien mit Kindern handelt, ist nicht bekannt. Gemeinderat Michael Vogl gab zu bedenken, wie mit den Kindern verfahren werden soll. „Sind Kindergartenplätze vorhanden oder werden die Kinder vom Landratsamt in entsprechende Einrichtungen gebracht?“ Dazu konnte der Bürgermeister nur sagen, dass bis jetzt noch nicht feststeht, wer kommt. Lösungen müssten dann im Bedarfsfall gefunden werden.

Wie die neue Situation von der Bevölkerung aufgenommen wird, wird sich noch zeigen. Von Seiten des Gemeinderates kamen schon Anregungen, wie mit den Asylbewerbern umgegangen werden soll. So schlug Richard Reischl (CSU) einen runden Tisch vor, in dem die örtlichen Vereine, Kirche, Pfarrgemeinderat, Kindergarten und Schule vertreten sind, um die Eingliederung der Neuankömmlinge möglichst reibungslos zu gestalten. „Wichtig ist“, so Marianne Klaffki, „dass mit den Leuten schnell Kontakt aufgenommen wird, um einen bestimmten Grundwortschatz möglichst kurzfristig zu vermitteln.“ Sie wies in diesem Zusammenhang noch darauf hin, dass fairerweise auch die anderen Gemeinden des Landkreises einen entsprechenden Anteil an der Unterbringung der Asylanten tragen sollen.

khr

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