Das Heiligtum von Geiselwies

Sixtnitgern - Die Kapelle in Geiselwies zählt zu den beliebtesten und meistbesuchten Andachts- und Wallfahrtsstätten im Dachauer Land. Das besondere Heiligtum ist die Muttergottesstatue.

Die Kapelle liegt am Schnittpunkt der Wege zwischen Sixtnitgern, Langengern und Sittenbach idyllisch auf einer großen Waldlichtung. Seit 250 Jahren ist die Marienkapelle wohl auch wegen ihrer abgeschiedenen Lage einer der beliebtesten Marienwallfahrtsorte der Region. Einer Wallfahrt liegt meist zugrunde, dass an einem bestimmten Ort Gott mit seinen Gnadenkräften dem hilfsbedürftigen Menschen besonders nahe steht. So auch in Geiselwies.

Ob der Name auf eine frühere Wallfahrt zum gegeißelten Heiland zurückzuführen ist oder vom Flurnamen Gaisiwiz (Wiese des Georg Seitzen) abgeleitet wurde, ist umstritten. Eine fast lebensgroße Statue des gegeißelten Heilandes, steht heute in der Privatkirche Sankt Johann bei Odelzhausen. Die Statue soll einmal in der Geiselwies gestanden haben. Warum sie jetzt in Sankt Johann steht, ist verständlich, wenn man weiß, das es von der "Gaiselwiz" bereits 1626 heißt, dass sie dem "Georgen jetzige Seitzen, Pauern zu St. Johann" gehöre; der Besitzer dieser St. Johann-Kapelle ist ein Nachfahre des Georg Seitz.

Das besondere Heiligtum von Geiselwies ist die Muttergottesstatue auf dem Altar. Nach Abbildungen auf Votivbildern, kann angenommen werden, dass es sich bei dem ursprünglichen Gnadenbild der Geiselwieskapelle um eine Nachbildung der Maria von Altötting handelte. Diese wurde aus nicht bekannten Gründen vor längerer Zeit entfernt und zunächst durch eine geschnitzte, von zwei Engeln flankierte Muttergottesstatue aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ersetzt. An ihre Stelle trat nach der letzten Kapellenrenovierung die jetzt dort stehende, moderne Kopie eines gotischen Muttergottesbildes mit Strahlenkranz.

Bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts, also um 1750, ist die erste Wallfahrtsmadonna von Pfaffenhofen an der Glonn in die Kapelle transferiert worden. Das soll eine tönerne, angeblich in einem Baum gefundene Madonnenstatue gewesen sein. Einen größeren Aufschwung fand die Geiselwies erst nach der Säkularisation im Jahre 1802. Die Wallfahrt "Maria Stern zu Taxa" wurde damals restlos dem Erdboden gleichgemacht.

Aus Sicherheitsgründen mussten viele wertvolle und sehr schöne Votivtafeln abgenommen werden. Die noch verbliebenen Bilder lassen die frühere Farbenvielfalt- und intensität aber nur erahnen. Eine Vielzahl geopferter Kerzen, Rosenkränze, Bilder und Devotionalien zeugen von der Beliebtheit und dem regen Besuch der Andachtsstätte.

Einen Ausflug zur Geiselwies kann gut mit einer Einkehr bei einem deftigen bayerischen Schweinebraten bei einem der Wirte in Sixtnigern oder in Langengern verbunden werden. Weitere Informationen zur Geiselwies gibt es im Internet unter www.kirchenundkapellen.de.

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