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Hier heißt es besonders aufpassen: Die roten Linien markieren die unfallträchtigsten Straßen im Landkreis, die Dreiecke zeigen, in welchen Orten die meisten Unfälle passieren (Nummern siehe Text).

Unfall-Schwerpunkte

Hier kracht's am häufigsten

  • vonConny Kirmaier
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Dachau - Sieben Menschen starben im vergangenen Jahr bei Unfällen im Landkreis. Zum Weltgedenktag für Unfallopfer geben wir einen Überblick über die unfallträchtigsten Straßen.

Meist geht es um Sekunden. Sekunden, die das Leben für immer verändern können. Denn am Steuer eines Autos kann ein kleiner Fehler Leben kosten. An die Schicksale der verunglückten Menschen erinnert der Weltgedenktag für Unfallopfer am morgigen Sonntag.

Obwohl die Zahl der Verkehrstoten bundesweit stetig sinkt, sterben immer noch zu viele Menschen auf den Straßen. Insgesamt verzeichnete die Dachauer Polizei 4474 Unfälle im Jahr 2013, 861 davon mit Verletzten. Sieben Menschen starben. Von Januar bis Juni 2014 kamen fünf Menschen ums Leben.

Die unfallträchtigsten Strecken im Landkreis Dachau:

  • Die gefährlichste Strecke im Landkreis ist laut Polizei-Statistik die Staatsstraße 2047. Hier ereigneten sich im vergangenen Jahr 302 Unfälle, bei denen 72 Menschen verletzt wurden.
  • 269 Unfälle mit 96 Verletzten gab es 2013 auf der A 8. Erst im September starben zwei Menschen bei Unfällen. „Seitdem die Autobahn ausgebaut wurde, sind die Zahlen deutlich zurückgegangen. Allerdings haben wir jetzt viele Unfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit“, sagt Verkehrsexperte Richard Wacht von der Dachauer Polizei.
  • Danach folgt die B 304 mit 164 Unfällen, 33 Verletzten und einem Toten.
  • Auf der B 471 kam es im vergangenen Jahr zu 97 Kollisionen. 22 Menschen wurden verletzt, einer starb.
  • Auf der B 13 registrierte die Dachauer Polizei ganze 60 Unfälle mit 20 Verletzten.
  • Die gefährlichste Kreisstraße ist die DAH 3, die von Indersdorf über Röhrmoos zur B 13 führt. „Das ist die höchstbefahrene und unfallträchtigste aller Kreisstraßen“, so der Polizeihauptkommissar.

Die fünf Hauptunfallknoten im Landkreis:

  1. In Dachau sind die Münchner (125 Unfälle mit 35 Verletzten) und die Schleißheimer Straße (110 Unfälle, 38 Verletzte) die unfallträchtigsten Strecken. Der gefährlichste Knotenpunkt im Landkreis ist die Kreuzung Alte Römerstraße und Freisinger Straße. Dort stießen im vergangenen Jahr 22 Mal Autos zusammen. Insgesamt fünf Menschen wurden dabei verletzt. Die häufigsten Unfallursachen waren hier Vorfahrtsverstöße sowie Abstandsfehler.
  2. Am zweithäufigsten musste die Polizei bei einer Unfallmeldung nach Karlsfeld ausrücken: An der Kreuzung Münchner/Bajuwarenstraße kam es in 18 Fällen zu Zusammenstößen, vier Menschen mussten ärztlich behandelt werden. Ebenfalls weit vorne in der Statistik ist die Münchner Straße in Karlsfeld auf Höhe Hoch-/Bayernwerkstraße. Viele weitere Unfallknoten im Landkreis liegen in der Großen Kreisstadt. Hier sind unter anderem die Kreuzungen Alte Römer-/Schleißheimer Straße, Sudetenland-/Theodor-Heuss-Straße/John-F.-Kennedy-Platz sowie Münchner-/Schiller-/Bahnhofstraße und Schleißheimer-/Frühling-/Martin-Huber-Straße ein gefährliches Pflaster.
  3. Außerhalb der Großen Kreisstadt kracht es besonders oft in Haimhausen auf B 13/Schrammerweg/Haimhauser Straße. Hier ereigneten sich 2013 neun Unfälle mit sechs Verletzten. In den meisten Fällen wurde die Vorfahrt missachtet oder der Abstand nicht eingehalten. 
  4. Ebenfalls häufiger Schauplatz von Kollisionen ist die Kreuzung Dachauer (St. 2047)/Arnbacher Straße (St. 2054) in Indersdorf.
  5. Drei Unfallknoten hat die Gemeinde Begkirchen zu bieten: auf der Staatsstraße 2047 an der Einmündung der St. 2050 Richtung Indersdorf, die Brucker-/Kanalstraße sowie die Münchner Straße/Am Kurfürstenweg. Hier krachte es 2013 fünf- bzw. sechsmal. An diesen Kreuzungen gab es viele Verletzte.

Fünf Todesopfer im ersten Halbjahr

Die Todesopfer sind nicht immer auf den bekannten gefährlichen Strecken zu beklagen. „Sie verteilen sich über den gesamten Landkreis“, sagt Richard Wacht, Verkehrsexperte der PI Dachau. Im ersten Halbjahr 2014 kamen fünf Menschen auf den Straßen im Landkreis ums Leben: Eine junge Frau (28) starb auf der A 8 bei Sulzemoos. Auf der B 471 kam ein 56-Jähriger zwischen den Anschlussstellen Dachau-Süd und Dachau-West um. Zwischen Wiedenzhausen und Odelzhausen verlor ein Motorradfahrer sein Leben. Ein weiterer Motorradfahrer starb auf der Staatsstraße von Petershausen Richtung Ebersbach. Ebenfalls mit einem Zweirad unterwegs war ein Mann, der von Vierkirchen in Richtung Jedenhofen unterwegs und alleinbeteiligt gestürzt war. Dass Motorradfahrer besonders gefährdet sind, „liegt zum einen daran, dass sie bei weitem nicht so gut geschützt sind“, so Wacht. „Und man muss bedenken, dass Dachau zu den verkehrsreichsten Landkreisen in Bayern gehört. Diese Verkehrsdichte verzeiht wenig Fehler.“

Conny Kirmaier

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