Mobil und flexibel entspricht die die reisefähige Steinskulptur „Modula“ von Uli Hochmann den Lebensanforderungen heutiger Zeit. Ab morgen ist sie in Kiew zu sehen. Foto: Sch

Uli Hochmann bezieht Standorte und Betrachter mit ein

Sulzemoos/Kiew - Der Bildhauer Uli Hochmann transportiert in einer einzigartigen Kunstaktion eine zerlegbare Skulptur aus Bayerwalder Granit von seiner Werkstatt in Sulzemoos nach Kiew.

Nach der mehrmals unterbrochenen Reise wird „Modula“ dort am morgigen Donnerstag in der Galerie foundart in einer Gemeinschaftsausstellung mit Kunstwerken vier weiterer Künstler aus dem Münchner Raum gezeigt.

Motivation des Kunstprojektes ist eine Annäherung an die Länder im Osten, die uns auch 20 Jahre nach dem Mauerfall meist noch fremd sind. Spannend ist dabei die Schnittmenge der „vertrauten Fremde“ oder der „fremden Vertrautheit“.

Die zehntägige Reise ist von mehreren Stationen in Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien und der Ukraine unterbrochen, an denen der Bildhauer seine zerlegbare Skulptur aufstellt und fotografiert. Modula passt sich den Gegebenheiten an. Sie kann sich auf etwa acht Metern Länge ausstrecken oder durch Biegungen raumsparend verkleinern. Vor jeder Stadt- und Landschaftskulisse sieht sie anders aus.

Da Uli Hochmann die einzelnen Module nicht nummeriert hat, ist es unmöglich, sie zweimal in gleicher Folge zusammenzustecken. „Modula soll sich nicht in einer bestimmten Form manifestieren“, erläutert der gelernte Steinmetz das Zufallsprinzip.

Die Orte, an denen Modula auf der Reise bisher aufgebaut wurde, kann man im Internet verfolgen. Hochmann hat die Skulptur vor der barocken Wallfahrtskirche Wilparting am Irschenberg aufgestellt und am Ufer des Wallersees in Österreich. In Schladming hat er die Granit-Module auf die Skipiste transportiert, danach standen sie vor der leuchtend grün gestrichenen österreichisch-ungarischen Grenzstation Heiligenkreuz. In der Fußgängerzone im ungarischen Péczs, der Kulturhauptstadt 2010, passten sie sich der Baustellensituation an, irritierte aber gleichzeitig die Passanten. Die Reaktionen von Passanten hat Uli Hochmann ins Kunstprojekt einbezogen.

Die Reise von Modula kann man auf der Website des Künstlers verfolgen: www.ulrich-hochmann.de. (sch)

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