Auf die Finger geschaut: Die Hexen Anna, Maria, Marianne und Rosi lasen den hohen Herren die Leviten. Foto: ink

Hoffen auf Besserung und Bekehrung

Bergkirchen - Gut, dass es die vier Bergkirchner Hexen gibt, die zum Weiberfasching im Rathaus lautstark für Wirbel sorgen und den zuständigen Herren sagen, was so alles schief läuft in der Gemeindepolitik.

Besonders Bürgermeister Simon Landmann müssen sie auf die Finger schauen, weil er doch jetzt sogar schon im Kreistag mitmischt: „Wos des da Gmoa no bringa wird, des seng mia hoffentlich boid.“

Leid tut ihnen ihr Simon vor allem, weil er immer sein „Maskottchen“ mit sich führen muss, denn „ohne sei Double, an Pfarrer, derf da Simon gor nirgends mehr sei.“ Als Don Camillo und Peppone sind sie immerhin ein gutes Gespann, und „wenn‘s G’wicht richtig verteilt war, dann war’s gor net so ohne“.

Erstaunt sind Anna, Maria, Marianne und Rosi über den Eulenhort, der gleich nach der Einweihung schon wieder zu klein war. Den Jugendpfleger finden sie nicht verkehrt, aber „mia miass‘n uns scho wundern, wia‘‘s an der Bergkirchner Schui zuageht, dass eahna demnächst sogar a Sozialarbeiter zuasteht“.

Ansonsten hatten die eher zahmen Hexen noch einige Anregungen parat: Den neuen Bahnhof in Unterbachern finden sie „famos“, doch „brauch ma aber a an Bus, der die Leit do nüber karrt“. Das Kulturprogramm, so „proppenvoll“, finden manche „Leit net so toll“, denn „man woaß ja scho gor nimma, wo man überall hingeh‘n soll“.

Weil die Gemeinde so viele Radwege baut, „ brauch ma nun a nimma in Urlaub fahrn. „Erholungsgebiet samt GADA-See kriag‘n mia ja her, wos woin mia denn no mehr“. Allerdings finden sie auch dort ein Haar in der Suppe: den Billigpreis-Textilladen. Was Gescheits hätten sich die feschen Hexen gewünscht.

„Nach unserer Belehrung hoffen wir auf Besserung und Bekehrung“, verkündeten sie, bis sie zur Schere griffen: „Eire Krawatten san a nicht versicherter Schmuck, nehmt sas net tragisch, drauf trink ma an Schluck“. Und den Dracula-Schluck hatten sie gleich mitgebracht.

Die Krawattenträger im Rathaus, neben dem Bürgermeister Geschäftsstellenleiter Rudolf Kölbl und Bauamtsleiter Harald Frisch nahmen‘s gelassen. Sie waren gut davon gekommen und luden daher die Hexen zu Kaffee und Krapfen ein. (ink)

Auch interessant

Kommentare