Hohe Frauenbeschäftigungsquote

Dachau - Dachau ist spitze, wenn es um die Frauenbeschäftigung geht. Mit 59,3 Prozent hat der Landkreis die zweithöchste Beschäftigungsquote für Frauen in ganz Bayern.

Wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, liegt nur die kreisfreie Stadt Coburg mit 61,2 Prozent knapp davor auf Rang eins.

Die gute Beschäftigungsquote im Landkreis hat mehrere Gründe. „Frauen profitieren natürlich von der allgemein guten Beschäftigungslage in unserer Region“, sagt Christine Schöps von der Agentur für Arbeit Freising, die auch für Dachau zuständig ist. Nur 839 Frauen waren im Dezember bei der Arbeitsagentur als arbeitslos aufgeführt. Frauen machen unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Dachau 47,7 Prozent aus.

Dass gerade in Dachau die Quote sehr hoch ist, liegt auch an den ansässigen Wirtschaftsbranchen. Im Landkreis blüht der Einzelhandel, und auch im Gesundheitswesen und in der Pflege sind viele Stellen in der Region angesiedelt. In diesen Wirtschaftszweigen sind traditionell viele Frauen beschäftigt.

Dazu erweist sich die Nähe zur Landeshauptstadt als besonders hilfreich. Gerade die an München angrenzenden Landkreise weisen hohe Beschäftigungsraten auf. Aber die gute Anbindung an München sorgt auch für negative Effekte. Hohe Mieten und Lebenshaltungskosten zwingen immer mehr Frauen dazu, zumindest in Teilzeit zu arbeiten, selbst wenn der Lebenspartner Vollzeit arbeitet. Auch das ist ein Faktor für die hohe Quote.

Noch vor zehn Jahren lag der Anteil der erwerbstätigen Frauen unter 50 Prozent. Nicht nur in Dachau haben heute immer mehr Frauen einen Job. „Dass immer mehr Frauen arbeiten, ist ein bundesweiter Trend“, so Schöps. Auch steigen Mütter viel früher wieder ins Arbeitsleben ein als früher. „Dass jemand bis zu zehn Jahre daheim bleibt, ist schon lange nicht mehr die Regel“, erklärt Schöps. Gerade Frauen mit Familie suchen häufig nach Teilzeitstellen.

Da sieht Schöps noch Verbesserungsbedarf. „Wir würden uns mehr Teilzeitstellen und damit flexiblere Arbeitszeitmodelle wünschen“, sagt sie. Unter den 551 gemeldeten verfügbaren Arbeitsstellen für den Landkreis Dachau (Stand Dezember) waren nur 84 Teilzeitstellen. „Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist nach wie vor eine Herausforderung“, betont Schöps. Bei dieser Herausforderung will die Agentur für Arbeit Unterstützung bieten.

Ansprechpartner ist hierfür die Beauftragte für Chancengleichheit, Marion Stenglein. Am 25. Februar informiert sie bei einem Telefonaktionstag von 8 bis 15 Uhr über Themen wie Rückkehr ins Berufsleben, Beschäftigung in Teilzeit sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Interessierte Frauen aus dem Landkreis Dachau können unter der gebührenfreien Service-Rufnummer 0800/ 4 55 55 00 anrufen und werden - nach Nennung des Kennworts „Frauenaktionstag“ sowie des Wohnorts - mit Marion Stenglein verbunden. (dg)

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