Hündin Tina kann wieder „lachen“: Der Vierbeiner wird von Tierpflegerin Rebecca Isenberg-Färber liebevoll umsorgt.   kn

Tina legte 140 Kilometer zurück

Hunde-Drama mit glücklichem Ende

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Fachant/Dachau - Die Hündin war nur drei Tage lang bei ihren neuen Besitzern im Landkreis Dachau. Dann lief sie weg. Plötzlich tauchte sie wieder auf: 140 Kilometer weit weg.

Tina hat eine Odyssee hinter sich. Eine, die glücklich endete. Mitte Dezember war die zweijährige Hündin zu ihren neuen Besitzern in den Landkreis Dachau gekommen, direkt aus Hessen. Nur drei Tage später lief sie einfach weg.

Die verzweifelte Suche ihrer Herrchen blieb ergebnislos. Plakate, Flugblätter und Suchaktionen verliefen im Sande. Die Hoffnung, wieder von ihrem Merlsheimer-Hund zu hören, hatten sie sicher längst aufgegeben.

Seit wenigen Tagen steht nun fest, dass ihre Tina und der herrenlose Hund, der wochenlang im Bahndamm rund um Farchant (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) hauste, identisch sind. Anhand ihres Chips konnte Tessy Lödermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins Garmisch-Partenkirchen und Leiterin des Tierheims in der Schmalenau, sie schnell identifizieren.

Seit Februar war der weiße Hund um Farchant immer wieder gesichtet worden, Versuche der Tierschützer, ihn anzulocken, scheiterten. Erst ein Aufruf im Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt brachte den Erfolg: Andreas Enz hatte diesen gelesen und den Vierbeiner erkannt. „Er hat bei ihm immer Hühnerfutter gefressen“, sagt Lödermann. Der Landwirt stellte er eine Lebendfalle auf – mit Erfolg. „Uns sind Tränen der Erleichterung gekommen, als sie ins Tierheim getragen wurde“, betont Lödermann.

Die zweijährige Hündin war in schlechtem Zustand. An der Brust plagte sie eine eiternde Wunde. Die Verletzung, die sofort medizinisch versorgt wurde, heilt gut. Außerdem mussten die Tierheim-Mitarbeiter weit über 100 Zecken entfernen. Die Erleichterung, dass „dieses tierische Drama ein glückliches Ende gefunden hat“, so Lödermann, ist auf allen Seiten groß.

Auch bei Tinas Herrchen. Die haben sich entschieden, die Hündin im Tierheim zu lassen. Die Sorge, dass sie eine notorische Streunerin ist und wieder wegläuft, habe sie dazu bewogen, erklärt Lödermann. „Dafür haben sie meine Hochachtung, das ist eine verantwortungsbewusste Entscheidung zum Wohl des Hundes.“

Tinas Geheimnis bleibt, was sie auf dem über 140 Kilometer langen Weg vom Landkreis Dachau ins Werdenfelser Land erlebt hat. Zu den Mitarbeitern im Tierheim hat der zunächst scheue Vierbeiner jedenfalls schnell Zutrauen gefasst. „Offensichtlich war Tina froh“, so Lödermann, „dass sie endlich gerettet wurde.“

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