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Ein Häuflein Elend: Schäferhund Nano war bis vor wenigen Monaten noch ein Prachtkerl – bis er vergiftet wurde. Marina Fischbacher hat Angst, dass er nie mehr gesund wird.

Zwei Attacken auf schneeweißen Schäferhund

Perfide Giftangriffe: Wer hat es auf Nano abgesehen?

Schwabhausen - Durchdacht und äußerst perfide ist ein bislang Unbekannter vorgegangen: Er hat bereits zweimal versucht, den schneeweißen Wachhund Nano zu vergiften. Dem Tier geht es immer noch äußerst schlecht.

Wer war so feige und gemein und hat Nano vergiftet? Der einst pumperlgesunde weiße Schäferhund ist nur noch ein Häuflein Elend. Der Täter legte mindestens zwei Mal bei Nacht und Nebel Köder aus. Doch vielleicht wollte der große Unbekannte Nano gar nicht töten - sondern seinen Besitzern Böses tun.

Nano ist Mitglied der Familie Fischbacher in Schwabhausen. Bis vor kurzem war der schneeweiße Schäferhund trotz seiner elf Jahre ein durchtrainierter Wachhund, der mit tiefer Stimme zu bellen begann, wenn sich ein Unbekannter dem Anwesen der Fischbachers in der Frühlingstraße näherte. Gewiss. Aber der Rüde, der ein wenig aussieht wie ein Polarwolf, ist wohlerzogen. Noch nie hat er einen Menschen belästigt oder gar gebissen. Schließlich sind Brigitte (51) und Peter Fischbacher sowie Tochter Marina (27) Mitglieder im Dachauer Hundeverein. Heute jedoch ist aus dem 42-Kilogramm-Prachtkerl ein 35-Kilogramm-Elend geworden. „Es geht ihm heute sehr schlecht“, sagt Brigitte Fischbacher. Seine Schilddrüse funktioniere nicht mehr richtig, er liege oft apathisch im Körbchen, und das Fell gehe ihm aus. Schuld daran sind: mehrere Giftanschläge.

Perfide: Täter rupft in Kleinarbeit den Rasen aus

Das Hunde-Drama beginnt in der Nacht zum 11. November vergangenen Jahres. Im Schutz der Dunkelheit schleicht sich ein Unbekannter auf leisen Sohlen in den Garten der Fischbachers. Er geht äußerst perfide vor. In mühevoller Kleinarbeit rupft er an zwei Stellen den Rasen aus, legt vergiftete Wurst in die kleine Kuhle und bedeckt alles mit Gras und Laub. Als Peter Fischbacher gegen 5.30 Uhr mit Nano Gassi geht, wittert der Rüde sofort die in kleine Würfel geschnittene Lyoner und verschluckt ein paar Bröckchen. Nano weiß nicht, dass der kleine Happen schlimme Folgen für ihn haben wird. Und die Fischbachers ahnen nicht, dass weitere Anschläge auf ihren Liebling folgen werden.

Am 4. Dezember schlägt der Übeltäter erneut zu. Diesmal versteckt er auf einem Wiesenweg gegenüber dem Fischbacherschen Anwesen kontaminierte Wurst. „Er muss uns beobachtet haben, denn das ist genau der Weg, den wir täglich mit Nano Gassi gehen“, meint Brigitte Fischbacher. Rein zufällig entdeckt Peter Fischbacher die Paprikawurst und kann seinen Hund im letzten Augenblick wegziehen. Die Familie vermutet, dass es sogar noch einen dritten Anschlag gab. Am 19. Dezember begann Nano, nachdem er im Garten herum tollte, plötzlich zu würgen und zu zittern. Gut möglich, dass erneut ein Giftköder auslag. Sicher weiß das niemand.

Bis heute wird Nano mühsam wieder aufgepäppelt

Die Familie schleppte Nano zum Tierarzt und Tierheilpraktiker, die bis heute mühsam versuchen, den leidenden Vierbeiner wieder hoch zu päppeln. Die Mediziner rätseln dabei, welche Substanz Nano verschluckt haben könnte. Offenbar war das Gift nicht tödlich. Doch man braucht nur im Internet zu recherchieren. Es gibt jede Menge gefährlicher Substanzen, mit denen Hunde vergiftet werden können.

Als die Fischbachers Strafanzeige erstatten, bringt sie ein Polizist auf einen anderen Gedanken. „Wer hat was gegen Sie?“, fragt er. Wollte der Täter Nano gar nicht töten, sondern die Familie insgesamt treffen? Ein erfahrener Diensthundeführer soll das Geheimnis lüften, sagte Polizeisprecher Michael Richter. Weiter ermitteln Beamte wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Sehr, sehr traurig wegen Nano ist Tochter Marina. Der 27-Jährigen musste vor Jahren eine neue Niere implantiert werden. Beinahe jeden Abend geht sie mit Nano über die Felder spazieren. Das stärkt ihr Immunsystem, und es macht ihr natürlich einen Heidenspaß, mit ihrem Kumpel auf vier Beinen über die Felder zu tollen. Heute ist aus dem Herumspringen ein Umherschleichen geworden. „Es ist eine Schweinerei, was derjenige gemacht hat“, sagt Marina, die große Sorge hat, dass Nano nie mehr ganz gesund werden wird.

Bilder von Nano

Bilder: Wer hat es auf Nano abgesehen?

Thomas Zimmerly

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