Michael Rosenheimer war zehn Jahre Vorsitznder.

IHK-Chef Michael Rosenheimer wirft hin: "Ich bin nicht gut im Abnicken!"

Dachau/Fürstenfeldbruck - Rund ein Jahr nach seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden des IHK-Gremiums für Dachau und Fürstenfeldbruck hat Michael N. Rosenheimer den Job hingeworfen. Grund: Unüberbrückbare Differenzen mit der Kammer. „Ich bin nicht gut im Abnicken“, sagte Rosenheimer.

Was den Geschäftsführer des Mammendorfer Instituts für Physik und Medizin besonders ärgert und wogegen sein Kampf erfolglos war: Bestimmte Führungskräfte dürfen sich seit der letzten Vollversammlung der IHK Oberbayern über Gehaltssteigerungen von weit über 20 Prozent freuen. Und das in einer Kammer, die ohnehin umstritten ist, weil Gewerbetreibende Mitglied sein und damit auch Beiträge zahlen müssen. Außerdem sieht Rosenheimer, der dem lokalen Gremium zehn Jahre vorstand, eine Tendenz zur Entmachtung des Ehrenamts innerhalb der Kammer. Eine neue Satzung etwa schreibe vor, wer an Sitzungen teilnehmen müsse. Das könne er unmöglich mittragen, sagt Rosenheimer, der als Querdenker mit der Neigung zu klaren Worten und Wirtschaftsexperte in beiden Landkreisen hohes Ansehen genießt.

Insgesamt wolle er jetzt keine schmutzige Wäsche waschen, so Rosenheimer. Klar aber ist: Die Gründe für den Rücktritt liegen alleine in der IHK begründet. Vor einigen Jahren schon war es zu Zoff zwischen Rosenheimer und der IHK gekommen, als die Kammer ihre Mitgliedschaft bei der Brucker Flugplatz GmbH aufkündigte.

Vorteil für Rosenheimer nun: Er hat mehr Zeit. „Meine Kinder freuen sich schon, und ich kann mich um das USA-Geschäft kümmern.“

Rosenheimers Nachfolger ist Michael Steinbauer. Der 37-Jährige ist Vize-Personalleiter bei einer Firma für Schalungstechnik in Maisach (Landkreis Fürstenfeldbruck). „Ich bin zu der Aufgabe gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“, sagte er. Rosenheimer habe tiefe und große Spuren hinterlassen. Inhaltlich wird sich Steinbauer erstmal mit dem IHK-Jahresthema „Energie und Rohstoffe für morgen“ beschäftigen. Starke Preisschwankungen durch erneuerbare Energien würden Firmen natürlich treffen, so Steinbauer. (mm)

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