Feuerwehr-Großeinsatz: Dachstuhlbrand im Bereich des Klosters Rottenbuch

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Symbiose von Optik und Akustik beim Konzert in St. Stephanos. Foto. Claudia

Ikonen und byzantinische Musik

Dachau - „Das Heilige mit den Sinnen erleben“ - eine elementare Erfahrung für orthodoxe Christen. Eine Erfahrung, die nun auch die Besucher des Konzertes „Ikonen und byzantinische Musik“ machen konnten.

Bei der vierten Veranstaltung des „Poetischen Herbst“ stand der orthodoxe Glauben im Vordergrund. Passend dazu fand das Konzert in der Pfarrkirche St. Stephanos an der Schillerstraße statt. Das ehemals katholische Gotteshaus an der Schillerstraße wird seit Jahren von der griechisch-orthodoxen Pfarrgemeinde genutzt. Betritt man die Kirche, wirkt sie vertraut und fremd zugleich. Typische Kirchenbänke, eine Empore, Weihwasserbecken - das alles kennen die meisten. Ungewohnt jedoch ist ein Blick auf den Altarraum: Der Altar selbst ist überhaupt nicht zu sehen, eine große Wand mit Ikonen trennt ihn vom Kirchenschiff ab. Diese Ikonostase ist das Herzstück der Kirche und hat eine ganz besondere Bedeutung für die Gläubigen, wie die Theologin Chrissi Tsigas-Vichos erzählte: „Die Ikonostase schützt den Altarraum und zeichnet ihn aus.“ Jedes Element ist deshalb extrem aufwändig gestaltet. Die Ikonenwand der St.-Stephanos-Kirche wurde 2005 extra in Griechenland per Hand gefertigt- größtenteils nach dem Vorbild anderer bekannter Ikonenwände. Trotzdem ist sie einzigartig. Der Kirchenpatron Stephanos zum Beispiel ist mit einem originalgetreuen Abbild der Dachauer Kirche dargestellt, in seinen Ärmel ist das Wappen der Stadt Dachau eingearbeitet. Die griechisch-orthodoxe Kirche hat bei den Ikonostasen auf kleinste Details geachtet.

Selbst die Kirchenmusik ist oft auf die Ikonen abgestimmt, um optische und akustische Reize zu vereinen , wie Tsigas-Vichos sagt. Dieses Prinzip wurde auch bei der Veranstaltung vom „Poetischen Herbst“ beigehalten. Der byzantinische Kantonenchor München unter der Leitung von Professor Dr. Konstantin Nikolakopoulos trug deshalb Stücke vor, die die Motive der Ikonenwand widerspiegeln: Hymnen, Lobpreisungen, Lieder zur Ehre der Heiligen. Seit Jahrhunderten überliefert, hält die griechisch-orthodoxe Kirche an den traditionellen Ritualen fest. So gibt es in der byzantinischen Musik keine Instrumentalbegleitung und keine Mehrstimmigkeit. Trotzdem wirken viele der Stücke beim Zuhören durchaus vielschichtig: Das liegt daran, dass es in der byzantinischen Musik eine Grundbegleitung für die Hauptmelodie gibt. Ein Chormitglied singt das ganze Stück hindurch einen einzigen langen Ton zur Basismelodie. Es entsteht eine Klangwolke, die die gesamte Kirche ausfüllt.

Anders bei den verschiedenen Soli, die die Chormusik ergänzen: Eine einzige Stimme hallt durch das Gotteshaus - klar, rein und von kräftigem Volumen. Wie in einem Antwortgesang setzt nach einigen Takten meist bald darauf der restliche Chor ein. Es entsteht der Eindruck eines gesungenen Gebetes. Also ganz im Sinne des Bedürfnisses, das Heilige mit den Sinnen zu erleben.

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