Heuer schon 265 Fälle

Immer mehr Dachauer werden Opfer von Internet-Betrügern

Landkreis - Phänomen Internetkriminalität: Die Dachauer Polizei hat in diesem Jahr schon 265 Anzeigen erhalten. Sie schildert nun zwei Betrugsmaschen und gibt Tipps zum Schutz vor solchen Delikten.

Die Internetkriminalität entwickelt sich im Landkreis Dachau immer mehr zu einem „Deliktphänomen“, sagt Polizeisprecher Michael Richter. Allein im ersten Quartal dieses Jahres hatte die Inspektion Dachau 265 Fälle zu bearbeiten. Im gesamten vergangenen Jahr waren es über 1000 Anzeigen. Heuer könnte diese Zahl sogar noch steigen. 

Die Ermittler haben stellvertretend die beiden Internet-Betrugsmaschen herausgegriffen, die derzeit am häufigsten vorkommen: die Abzocke mittels einer per E-Mail versandten Schadsoftware (Trojaner) und die Fälle, in denen Kunden bei Online-Portalen Waren bestellen, diese vorab bezahlen, jedoch die Produkte nicht erhalten. Die Polizei will nun aufrütteln, denn: „Es kann jeden treffen“, so Richter. 

Im ersten Fall wollte eine 45-jährige Frau am Dienstagmorgen per Online-Banking eine Überweisung vornehmen. Als sie ihre Zugangsdaten eingab, erschien ein Fenster mit der Meldung, dass auf dem Konto versehentlich eine Fehlüberweisung eingegangen ist. Gleichzeitig wurde um Rücküberweisung des Betrages in Höhe von mehreren 1000 Euro gebeten, was die Frau schließlich auch tat. Tatsächlich stellte sich aber heraus, dass die Fehlbuchung nur vorgetäuscht war, die getätigte Rücküberweisung jedoch durchgeführt wurde. Dass die Frau keinen finanziellen Schaden erlitt, hatte sie allein der Tatsache zu verdanken, dass sie schnell handelte und noch am Morgen bei der Bank anrief und die Sache aufflog, bevor der unbekannte Täter das Geld abgehoben hatte. Möglicherweise durch eine E-Mail hatte sich die Frau unbemerkt eine Schadsoftware auf ihr Notebook installiert. Dabei handelt es sich um den in Deutschland weit verbreiteten Banking-Trojaner „Dridex“. 

Im zweiten Fall wurde ein 42-jähriger Dachauer Ende März ebenfalls Opfer eines Internetbetruges. Der Mann bestellte sich über ein Online-Portal ein IPhone 6S im Wert von mehreren 100 Euro und überwies den Betrag termingerecht. Als er dann am 1. April das Päckchen erhielt, gab es eine böse Überraschung, denn in dem Päckchen war lediglich ein Kinderbuch. Dass das Ganze auch kein Aprilscherz war, musste der Geschädigte feststellen, als er versuchte, den Verkäufer zu kontaktieren, denn alle Versuche bleiben ergebnislos.

Nützliche Tipps zum Schutz: 

Nützliche Tipps zum Schutz vor derartigen Delikten sind auf der Internetseite www.polizei-beratung.de zu finden. Die Internet-Sachbearbeiter der PI Dachau stehen ebenfalls für Ratschläge zur Verfügung. Im ersten Fall unseres Berichts sollte aber schon allein die Tatsache, dass eine Fehlüberweisung in Höhe von mehreren tausend Euro rückgebucht werden soll, die Alarmglocken schrillen lassen. Im zweiten Fall wird konkret geraten, ein Wertpäckchen nur in Anwesenheit eines Zeugen zu öffnen, da sonst unter Umständen Aussage (des Verkäufers) gegen Aussage (des Käufers) steht und dadurch eine Beweisnot entsteht.

Rubriklistenbild: © gms

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